Not sehen und handeln – mit Herz und Verstand
„Seit 60 Jahren stehen die Malteser für einen einfachen, aber tiefen Auftrag: Menschen in Not zu helfen – ohne Ansehen der Person“, so Ute Fassel zum Beginn des Gottesdienstes. Sie ist Koordinatorin Dienste für Menschen mit Demenz und des Projekts „Mitmachen verbindet“ bei den Maltesern in Kornwestheim. „Ob in der Rettung und Pflege, in der Begleitung von Kranken und Einsamen oder im ehrenamtlichen Engagement – der Malteser Gedanke wird überall dort sichtbar, wo Menschen Zeit, Zuwendung und Gemeinschaft schenken. Es geht darum, Not zu sehen und zu handeln – mit Herz und Verstand.“
Vom Erste‑Hilfe‑Kurs zum vielseitigen Hilfsangebot
Gegründet wurden die Malteser Kornwestheim im Jahr 1966. Was mit Erste-Hilfe-Kursen und acht engagierten Gründungsmitgliedern begann, entwickelte sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten zu einem vielfältigen Angebot sozialer, pflegerischer und helfender Dienste – getragen überwiegend von Ehrenamtlichen.
Anerkennung und Dank – auch seitens der Stadt Kornwestheim
Besondere Anerkennung für das Engagement der Malteser kam von der Stadt Kornwestheim. „Gerade in einer Zeit, in der ehrenamtliches Engagement keine Selbstverständlichkeit mehr ist, setzen die Malteser dem etwas entgegen“, sagte Daniel Güthler, Erster Bürgermeister der Stadt Kornwestheim in seinem Grußwort. „Ob im Café Malta, bei sozialen Angeboten, im Sanitätsdienst oder im Katastrophenschutz – die Malteser sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Anker für viele Menschen in unserer Stadt. Dafür gebührt allen Engagierten großer Dank und Anerkennung.“
Der Gemeinderat der Stadt Kornwestheim hatte beschlossen, die Unterstützung für das Ehrenamt trotz der aktuellen finanziellen Unsicherheiten bis Ende 2027 auf dem bisherigen Niveau fortzuführen.
Auch Klaus Weber, Geschäftsführer der Malteser in Baden-Württemberg, würdigte das Engagement aller ehren- und hauptamtlichen Malteser vor Ort. Und in Richtung Stadt Kornwestheim und Landkreis: „Wir haben Sie immer sehr ehrenamtsfreundlich erlebt und danken Ihnen dafür sehr.“
Für sein jahrelanges Engagement als stellvertretender Stadtbeauftragter der Malteser Kornwestheim wurde Bernhard Schwab mit der Malteser Verdienstplakette in Silber ausgezeichnet.
Neues Modellprojekt gegen Einsamkeit bei Jugendlichen
Neben Angeboten wie Café Malta und den Besuchsdiensten gehen die Malteser Kornwestheim neue Wege: Im bundesweiten Modellprojekt „Mitmachen verbindet“ entwickeln sie analoge Begegnungsangebote gegen Einsamkeit bei Jugendlichen. Bei Aktionstagen ab dieser Woche für 12- bis 17-Jährige sollen auch Wünsche und Bedarfe der Jugendlichen ermittelt werden – ergänzend zu bestehenden Angeboten in Kornwestheim. Geplant sind unter anderem ein kostenloser Friseurtag, ein Gameday und ein Workshop zum Stricken eines „Emotional Support Chicken“.
Das Projekt setzt auf starke lokale Netzwerke. Die Malteser wollen hier mit Jugendhäusern, Schulsozialarbeit, Vereinen und Sozialverbänden zusammenarbeiten, um Jugendlichen Orientierung und Zugehörigkeit zu geben. Langfristig soll eine ehrenamtliche Leitungskultur entstehen, in der junge Menschen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft aktiv gestalten.