Erste Hilfe – Erkennen – Beurteilen – Handel

Erste Hilfe „Erkennen ● Beurteilen ● Handeln“ // 67 Unabhängig von diesen verschiedenen Auf- nahmewegen führen diese Gifte immer über den Blutkreislauf zu einer Schädigung des gesamten Organismus. Allgemein: ● Übelkeit, Erbrechen, Durchfall ● plötzlich auftretende Schmerzen im Bauch ● Kopfschmerzen, Schwindel- gefühl ● Bewusstseinseintrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit ● Atemstörung, Atemstillstand oder/und Herzstillstand Hinweise von Augenzeugen, Auffinden von Medikamenten, Behältern und Giftresten am Notfallort geben Aufschluss über eine mögliche Vergiftung. Sie müssen die gesamte Notfallsituation berücksichtigen. Allgemein: ● Retten Sie unter der absoluten Beachtung Ihrer eigenen Sicher- heit die vergifteten Personen. ● Entfernen und/oder verdünnen Sie das Gift, bzw. retten Sie die betroffene Person aus dem Ge- fahrenbereich (der Krankheits- verlauf wird bestimmt durch Konzentration und Dauer der Gifteinwirkung). ● Kontrollieren Sie die Vitalfunk- tionen und führen Sie Maßnah- men nach Notwendigkeit durch. ● Veranlassen Sie den Notruf: Fordern Sie bei Bedarf techni- sches Gerät und Personal zur Rettung an. Geben Sie das Alter der vergifteten Person an. Nen- nen Sie Art und evtl. Konzen- tration des Giftes. Teilen Sie den Zeitpunkt der Giftaufnahme mit, sofern er Ihnen bekannt ist. Zäh- len Sie die Anzeichen der Vergif- tung und die bereits durchge- führten Maßnahmen auf. ● Stellen Sie mögliche Giftreste, Erbrochenes oder auch die Ver- packung des Giftes sicher. Zusätzliche Maßnahmen: Bei Vergiftungen mit Gasen und Dämpfen kann unter Umständen Explosions- und Erstickungsgefahr bestehen. Vermeiden Sie deshalb unbedingt Elektroschaltungen und offenes Licht. Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung. Retten Sie den Vergifteten nur abgesichert, z.B. durch ein um die Brust geknotetes Seil, das ein Helfer außerhalb des Gefahrenbereiches hält, besser noch lassen Sie ihn durch Rettungspersonal mit Atemschutzgerät retten. Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation können Sie bei Auftreten von Krämpfen, Lähmungen, vermehrtem Speichelfluss, der blaugefärbt und schaumig ist, auf eine Vergiftung mit Kontaktgiften schließen. Da dieses Gift durch die Haut auch in Ihren Körper eindringen kann, vermeiden Sie jeden direkten Kontakt. Die vergiftete Person darf nur mit Hilfsgeräten beatmet werden. Biss- und Einstichstellen weisen auf eine Vergiftung durch Injektionen und Tierbisse hin. Sie müssen den Patienten, wenn er bei Bewusstsein ist, ruhig lagern und dürfen ihn nicht bewegen.

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