Rohingya: Flüchtlinge aus Myanmar in Bangladesch

Bangladesch hat seit August 2017 rund 680.000 Rohingya aufgenommen, ca. 60 % davon sind Kinder oder Jugendliche. Insgesamt leben rund 860.000 Rohingya aus Myanmar in Bangladesch. Viele der Flüchtlinge sind verletzt, krank, unterernährt und vor allem schwer traumatisiert. Sie sind gerade so eben mit dem Leben davongekommen und völlig mittellos.

Die Rohingya sind eine ethnische Minderheit in Myanmar, der keine Staatsangehörigkeit zugesprochen wird. Sie haben keine Bürgerrechte, keine Papiere und leiden unter Diskriminierungen. Seit der Unabhängigkeit Myanmars (ehemals Burma) von England 1948 kam es in regelmäßigen Abständen zu Konflikten zwischen den Rohingya und dem Militär Myanmars. Die jüngste Eskalation des Konfliktes im Spätsommer 2017 erfolgte nach Angriffen von Rohingya-Rebellen auf das Militär. Das Militär antwortete mit einer Offensive ungeahnten Ausmaßes, die die UN sogar als „ethnische Säuberungen“ verurteilten. Dörfer der ethnischen Minderheit wurden angegriffen, Siedlungen niedergebrannt, Frauen vergewaltigt und Menschen getötet. Dieser Gewaltausbruch zog eine enorme Flüchtlingswelle nach sich. Rund 680.000 Menschen flohen über Nacht über die Grenze in das benachbarte Bangladesch. 

Flüchtlingslager für Rohingya aus Myanmar

Auf diese Massenflucht war Bangladesch nicht vorbereitet, was zunächst zu chaotischen Zuständen führte: Die Flüchtlinge ließen sich auf Feldern und Zufahrtsstraßen zur Stadt Cox's Bazar nieder, wo sie auf Hilfe hofften. Innerhalb kürzester Zeit wurden durch die Regierung Bangladeschs und die UN Flüchtlingslager im Distrikt Cox‘s Bazar im Süden des Landes errichtet. Diese einzelnen Lager wurden inzwischen zu einem "Mega-Camp" zusammengeführt, in dem die meisten Flüchtlinge jetzt leben. Die Situation hier ist dramatisch: Die hygienischen Zustände sind katastrophal. In der Enge und Hitze können sich Krankheiten unkontrolliert verbreiten. Die Flüchtlinge bekommen nur das Nötigste zu essen, viele sind mangel- und unterernährt. Die nun anstehende Regenzeit erschwert die Lage noch einmal zusätzlich: Die Hütten der Menschen bestehen zum größten Teil nur aus Brettern und Planen, die dem Regen wahrscheinlich nicht standhalten können. Das Regenwasser belastet außerdem das ohnehin schon fragile Trinkwasser- und Sanitärsystem des Lagers. 

Unsere Arbeit in Bangladesch

Wir sind in den eingerichteten Flüchtlingslagern aktiv und arbeiten vor allem in den Bereichen Mutter-Kind-Gesundheit, Hygiene, Ernährung und psychosoziale Beratung. Konkret bieten wir grundlegende medizinische Leistungen in zwei Gesundheitszentren an, die rund 116.000 Menschen erreichen. Wir stehen in engem Kontakt zu den Gesundheitsbehörden in Bangladesch und können so schwierige Fälle bei Bedarf an nahegelegene Kliniken überweisen. Um die Verbreitung von Krankheiten einzudämmen, führen wir zusätzlich Gesundheits- und Hygienetrainings durch. Im Bereich Ernährung konzentrieren wir uns zunächst darauf, unter- oder mangelernährte schwangere oder stillende Frauen sowie Kinder im Alter von bis zu 5 Jahren zu identifizieren und anschließend mit Zusatznahrung zu behandeln. Mit diesem Programm erreichen wir zurzeit rund 20.000 Mütter und Kinder. Schwere Fälle von Unterernährung überweisen wir an die nächstgelegene zentrale Versorgungsstelle.

Ihre Spende hilft, die Rohingya in Bangladesch mit dem Nötigsten zu versorgen. Spenden Sie und schenken Sie den geflüchteten Menschen Hoffnung! 

Projektinfos

Unser Projekt im Flüchtlingslager Cox Bazar in Bangladesch

Wo: Bangladesch
Was: Nothilfe für geflüchtete Rohingya

Jetzt spenden

und geflüchtete Rohingya unterstützen!

Durchführung einer Hygienschulung für geflüchtete Rohingya
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal
Ein untergewichtiges geflüchtetes Kind wird untersucht
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal
Untersuchung einer schwangeren Rohingya in Bangladesch
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal
Ein Baby aus Myanmar wir in Bangladesch untersucht
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal
Untersuchung einer schwangeren Rohingya auf Unterernährung
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal
Medikamentenverteilung an Rohingya in Bangladesch
© Fotograf/in: Noor Ahmed Gelal