Unsere Projekte im Südsudan

Der Südsudan feierte erst 2011 seine lang erkämpfte Unabhängigkeit, blickt seitdem aber auf eine Vergangenheit voller gewalttätiger Konflikte zurück. Bereits seit 2013 kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition. Anlässlich des fünften Geburtstages des Landes 2016 fanden diese Konflikte einen schrecklichen Höhepunkt. Das Land stand erneut an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg.

Die knapp 12 Millionen Einwohner des Landes leiden sehr unter der Situation in ihrem Land. Rund 2,5 Millionen von ihnen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, mehr als die Hälfte ist unterernährt. Ansteckende Krankheiten wie Cholera oder Masern können sich oft ungehindert ausbreiten, denn in einigen Regionen des Landes ist die ohnehin unzureichende Gesundheitsversorgung des Landes ganz zusammengebrochen. 

Unsere Arbeit für die Menschen im Südsudan

Seit 1996 sind wir bereits im Südsudan tätig. Zu Beginn vor allem im Bereich der Gesundheitsversorgung mit einem besonderen Schwerpunkt bei der Versorgung von Patienten, die an Tuberkulose oder der Schlafkrankheit leiden. Die Schlafkrankheit (auch Afrikanische Trypanosomiasis) löst zunächst eine Infektion mit Fieber und Schüttelfrost aus, greift dann das Nervensystem an und führt zu Zuständen von Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit, bis die Patienten dann in einen schlafähnlichen Dämmerzustand fallen, der namensgebend für die Krankheit war.  

In den vergangenen Jahren kamen zu dem Schwerpunkt in der Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren vor allem Programme aus den Bereichen Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene sowie Programme zur Ernährungssicherung hinzu. Wir sind in drei Regionen im Südsudan im Einsatz und haben Büros in Maridi, Rumbek und Wau. Wir koordinieren unsere gesamten Aktivitäten im Land über unser Landesbüro in der Hauptstadt Juba. 

Hilfe für von Lepra gezeichnete Menschen

Der Südsudan leidet seit mittlerweile 50 Jahren unter bewaffneten Konflikten. Die Menschen im Land, die seitdem tagtäglich ums Überleben kämpfen, haben vor lauter Sorgen und und aufgrund ständiger Flucht fast ihr gesamtes Wissen und ihre Möglichkeiten zum gewinnbringenden Anbau von Getreide oder Gemüse verloren. Da erneute Aufflammen des Konfliktes in den letzten Jahren hat außerdem zu einer erheblichen Verschlechterung der ökonomischen Situation im Land geführt, die wiederum extreme Preissteigerungen zur Folge hatte. Lebensmittel und Gegenstände des alltäglichen Bedarfs sind extrem teuer und für viele Familien unerschwinglich geworden. 

Was Familien ohne Krankheitsgeschichte schon vor eine große Herausforderung stellt, ist für Leprapatienten und ihre Angehörigen eine akut lebensbedrohende Situation. Die an Lepra Erkrankten werden stark diskriminiert, aus der Gesellschaft ausgeschlossen und verstoßen. Die Kinder der Familien werden von der Schulbildung ausgeschlossen und wachsen oft in völliger Isolation auf. Ältere Menschen, die unter Lepra leiden, haben heute stark mit extremen Missbildungen der Hände und Füße zu kämpfen. 

Um die Menschen vor Angriffen und Diskriminierungen zu schützen unterstützen wir seit 2010 an Lepra Erkrankte und ihre Familien in einem Dorf im Süden der Stadt Rumbek. Die Bewohner des Dorfes litten alle unter Lepra, heute fromen sie eine starke Gemeinschaft, die friedlich zusammen lebt und sich gegenseitig unterstützt.  Mittlerweile sind alle Bewohner des Dorfes von Lepra geheilt, doch die Missbildungen an Händen und Füßen, die durch die Krankheit entstanden sind, sind nach wie vor ein Problem. Es treten leicht Infektionen und Entzündungen. Um dies zu verhindern, setzen wir auf Hygieneschulungen und versorgen die Dorfbewohner mit Seife, Vaseline und auf ihre Bedürfnisse angepasste Schuhe. 

Die Familien in der Kolonie ernähren uns versorgen sich selbst. Wir stehen ihnen dabei mit Materialien zum Bau von Hütten und zum Anlegen und Ausbau eines eigenen Gemüsegartens zur Seite. Wir bringen ihnen wirtschaftliche und ertragreiche Anbaumethoden bei, damit die Familien in der Kolonie langfristig von Hilfe von außen unabhängig werden. Dazu unterstützen wir auch noch den Bau eines Brunnens, damit die Dorfbewohner sauberes und ausreichend Trinkwasser zur Verfügung haben und den Kauf einer Getreidemühle.

Projektinfos

Kinder auf dem Arm ihrer Lepra kranken Mutter

Wo: Südlich von Rumbek

Was: Hilfe für Leprakranke

Ziele:

  • Autarke Ernährungssicherung der Menschen im Dorf
  • Zugang zu Trink- und Nutzwasser für die Bewässerung und für die tägliche Hygiene
  • Hygieneschulungen, um vor Infektionen zu schützen
  • Langfristige Reintegration der Leprakranken und ihrer Familien in die Gesellschaft

 

 

Sichere Ernährung durch nachhaltige Landwirtschaft

Eigentlich wurde des Bundesstaat Western Equatoria von den Unruhen, dich sich seit  2013 verschärft haben, verschont. Doch die relative Sicherheit in der Region zog immer mehr intern Vertriebene an, die aus den von den Konflikten betroffenen Gebieten geflohen waren. Die Versorgung der Bevölkerung wurde durch die wachsende Zahl der Bevölkerung zunehmen schwieriger und so kam es schließlich doch seit Ende 2015 zu Konflikten.

Diese Konflikte bestehen vor allem zwischen der ursprünglichen Bevölkerung, die von der Landwirtschaft lebt und den Vertriebenen, die Viehzucht betreiben. Mit ihren Tieren ziehen sie übers Land, die Herden zerstören dabei oft Felder und vernichten die Ernte der Bauern. Dies führte wiederum zu einer angespannten wirtschaftlichen Situation, die sich vor allem in extrem erhöhten Preisen äußert, die die Menschen an Existenzminimum bringen. Außerdem sind viele Transportwege in die Region aus Sicherheitsgründen nicht passierbar und machen eine Versorgung der Bevölkerung schwierig. 

Wir setzen uns in den Gemeinden Maridi Central und Ngamunde dafür ein, dass die Menschen in der Region lernen, eine nachhaltigere, ertragreichere und abwechslungsreichere Landwirtschaft zu betreiben. Dazu haben wir uns mit den Partnerorganisationen "Rural Action Against Hunger" und "New Sudan Women Federation Maridi" zusammengetan und möchten neben der Landwirtschaft auch die ökonomische Situation der Menschen im Land verbessern. Dies geschieht im Rahmen der "Sonderinitiative EINE Welt ohne Hunger", gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Konkret sorgen wir für die Verteilung von Saatgut und landwirtschaftlichem Werkzeug und führen Schulungen durch, in denen die Bevölkerung lernt, durch moderne Anbaumethoden, die bestens an die lokalen Bedürfnisse angepasst sind, mehr und abwechslungsreichere Erträge zu Erwirtschaften. Um dieses Wissen nachhaltig in der Bevölkerung zu verankern unterstützen wir außerdem den Landwirtschaftsunterricht in Schulen mit Materialien, Saatgut und dem Anlegen von Schulgärten. So fördern wir gleichzeitig eine gesündere Ernährung, die Mangelerscheinungen verhindert. Dazu trägt auch unsere Initiative zum Bau von besseren Lagermöglichkeiten der ernte bei. Um einen größeren Zusammenhalt in der Bevölkerung zu fördern und gemeinsames Potential zu nutzen helfen wir außerdem bei der Gründung von Erzeugergruppen und Kooperativen. 

Neben der Optimierung von Anbaumethoden steht auch eine effektivere, umweltfreundlichere und nachhaltigere Viehzucht in unserem Fokus. Dazu arbeiten wir eng mit der zuständigen Landwirtschaftsbehörde zusammen und bauen gemeinsam veterinäre Dienstleistungen auf. Außerdem haben wir zur Information der Bevölkerung Radioprogramme konzipiert, die über mögliche Erkrankungen der Tiere und ihre effektive Behandlung aufklären.

Seit September 2015 unterstützen wir im Rahmen dieses Projektes rund 1000 Haushalte, die besonders unter der angespannten ökonomischen Situation leiden. Dazu gehören vor allem Witwen mit Kindern, deren Mann und Vater im Bürgerkrieg gefallen ist. 

Projektinfos

Menschen bei der Feldarbeit im Südsudan

Wo: Western Equatoria

Was: Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft

Ziele:  

  • Förderung nachhaltiger Landwirtschaft
  • Verbesserung der sozioökonomischen Stellung der Bevölkerung 
  • Verbesserung der Qualität der Ernährung
  • Versorgung mit Saatgut
  • Schulungen in der Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, deren Lagerung und Verkauf
  • Verbesserung der tierärztlichen Versorgung
  • Bau von Schulgärten und Versorgung von Schulen mit Unterrichtsmaterial

Gesunde und sichere Ernährung für den Südsudan

Das erneute Aufflammen von bewaffneten Konflikten im Dezember 2013 ging auch den den Dörfern in der Nähe der Stadt Wau nicht spurlos vorbei, die wir in diesem Projekt unterstützen. Die Menschen in der Region leben größtenteils von der Landwirtschaft, doch diese wird durch die Konflikte. schwierige Wetterbedingungen mit langen Dürreperioden und mangelndes Wissen über effektive Anbaumethoden stark erschwert. Durch die Konflikte steigen die Preise für Lebensmittel außerdem immer weiter an. Hinzu kommen Spannungen zwischen Landwirten und Viehhirten. Die Viehhirten ziehen mit ihren Herden übers Land, wobei die Tiere dabei oft Felder zerstören und Pflanzen, die zur Ernährung der Menschen gedacht waren, fressen. Das birgt ein hohes Konfliktpotenzial in sich. 

Um dies zu ändern arbeiten wir seit 2014 mit 850 bedürftigen Familien daran, ihre Anbaumethoden und -kapazitäten zu verbessern und somit ihre Ernährung zu verbessern und ihre Existenz dauerhaft zu sichern. Start des Projektes war das Gründen einer Landwirtschaftskooperative. So können die Bauern sich besser organisieren und gemeinsam mehr erreichen. Im nächsten Schritt legen wir seitdem gemeinsam mit den Familien neue Felder an, und teilen das Land neu in Parzellen und Felder auf. Zudem sorgen wir für bessere Einzäunungen, Bewässerung und leichteren Zugängen zu den Feldern und bauen Lagermöglichkeiten, in denen die Ernte sicher und hygienisch gelagert werden kann. Die Verteilung von Werkzeugen gehört ebenso zu dem Projekt wie das Anlegen von Mustergärten und Anzuchtbeeten. 

Doch bei der Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen hört es nicht auf, wir entwickeln gemeinsam mit den Familien auch Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung der Erzeugnisse, stellen Werkzeuge dazu zu Verfügung und führen Schulungen zu Benutzung und Wartung der Geräte durch. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Vermarktung der Erzeugnisse, auch hierzu führen wir Workshops durch. Um die Menschen besser zu erreichen produzieren wir außerdem Informationsprogramme über Fragestellungen aus der Landwirtschaft, die von Lokalradiosendern verbreitet werden. 

Neben diesen Arbeiten an der Infrastruktur stehen aber auch Schulungen für die Familien auf dem Programm, bei denen sie lernen, wie sie ihre Erträge erhöhen können, eine größere Variation an Pflanzen anbauen und sich so gesünder und abwechslungsreicher ernähren können.

Projektinfos

Famile aus dem Südsudan steht vor ihrem Haus

Wo: Stadt Wau

Was: Stärkung der Landwirtschaft

Ziele: 

  • Optimieren der Anbaumethoden um eine sichere und gesunde Ernährung zu ermöglichen
  • Erarbeiten von Strategien zum besseren Verkauf der Ernte und damit Sicherung der Existenzgrundlage der Menschen.
  • Schaffung von Bewusstsein für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung 
  • Ausbau der Infrastruktur für die Landwirtschaft
  • Entwicklung von Lösungsstrategien für Konflikte um Ländereien

Berufsschule für Gesundheitsberufe

Die berufliche Qualifizierung von einheimischem medizinischem Personal ist Malteser International ein besonderes Anliegen. Denn dieses „Capacity Building“ durch Aus- und Weiterbildung stellt die Nachhaltigkeit der Hilfe sicher. Bereits seit Mai 2013 leitet Malteser International im zentral gelegenen Rumbek ein Berufsschulzentrum. Hierfür wurde unsere bereits 2002 gegründete Laborschule mit einer Krankenpflegeschule zusammengelegt. Unser Ziel ist es, qualifiziertes Gesundheitspersonal für den Südsudan auszubilden. Neben der Ausbildung mit Unterricht und Praktika erhalten die zukünftigen Gesundheitsmitarbeiter in der Schule auch Unterkunft und Verpflegung.

Situation

Auch vier Jahre nach seiner Unabhängigkeit steht der Südsudan immer noch vor großen Herausforderungen im Gesundheitsbereich. Ein besonders großes Problem ist der Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal. 

Seit Mai 2013 leitet Malteser International in Rumbek ein Berufsschulzentrum zur Ausbildung von medizinischem Personal wie Krankenpflegern, -schwestern und Labormitarbeitern. Auf der Grundlage einheitlicher Lehrpläne und Standards verbessern wir die Qualität der Ausbildung und damit auch die Leistungen der Studenten. Die offiziell anerkannte Ausbildung dauert bis zu drei Jahre. Das Gesundheitsministerium ist verantwortlich für die Auswahl der Studenten, so dass deren späterer Einsatz frühzeitig geplant werden kann. Bereits seit 2002 bilden wir in Rumbek Laborassistenten und Labortechniker aus.

Ziele

In den Jahren 2013 bis 2016 sollen insgesamt 77 Labortechniker und Krankenpfleger die Berufsschule nach erfolgreichem Abschluss verlassen und dazu beitragen, den Bedarf an medizinischem Personal im Südsudan zu mindern.

Die Qualifikation des vorhandenen Gesundheitspersonals wird gesteigert.

Aus den beiden ursprünglich getrennten Schulen für Laborassistenten und für Krankenpfleger entsteht ein gemeinsamer Schulkomplex mit gut ausgestatteten Unterrichtsräumen, einer ausreichenden Anzahl von Lehrkräften und einer Bibliothek mit Computer-Ausstattung. Über Verbindungen zu Referenzkrankenhäusern werden Einsatzmöglichkeiten für die Praktika im Rahmen der Ausbildung geschaffen.

Maßnahmen

  • Auswahl und Anstellung weiterer Lehrkräfte sowie zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte
  • Schaffung einer ausreichenden Zahl von Praktikumsplätzen an Referenzkrankenhäusern
  • Anschaffung von Schulungsmaterialien
  • Instandsetzung der Unterrichtsräume, der Aula und der Unterkünfte für die Schülerinnen und Schüler
  • Stipendienprogramm zur Weiterbildung von Gesundheitspersonal

Projektinfos

Schüler der Berufsschule

Wo: Region Yei River State

Was: Diagnostik der Schlafkrankheit

Finanzierung: FIND

Partner: Ministry of Health South Sudan, FIND

Mit moderner Diagnostik gegen die Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit wird von der Tsetsefliege übertragen und kommt in vielen Ländern Afrikas vor. Physische und neurologische Symptome sind die Folgen der Krankheit. Anfangs treten oft Fieber und Kopfschmerzen auf, später kommen Schlafstörungen und Lethargie hinzu. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, hinterlässt sie bleibende Schäden oder endet tödlich. Der Südsudan ist eines der Länder mit den meisten Fällen dieser Krankheit, auch wenn das Personal in den südsudanesische Krankenstationen sich bemüht, diese Krankheit in den Griff zu bekommen.

Vor allem entlang der Grenze zu Uganda, in der Region Zentral Equatoria, ist die Krankheit besonders verbreitet. Um die Situation der Südsudanesen zu verbessern, werden die Gesundheitszentren besser ausgestattet, sogenannte Gesundheitshelfer ausgebildet und mit Kampagnen soll die lokale Bevölkerung aufklärt werden.

Situation

In den südlichen und südwestlichen Regionen vom Südsudan, Nahe der Grenze zu Uganda, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik ist die Schlafkrankheit weit verbreitet. Mit 117 Krankheitsfällen in 2013 und 63 in 2014 hatte der Südsudan die vierthöchste Anzahl an Infizierten weltweit nach der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik Afrika und Tschad, laut WHO.

Ziele

Eine nachhaltige Überwachung und Kontrolle der Schlafkrankheit in der Region Yei River State durch neue Screening-Verfahren und Diagnose-Tools.

Maßnahmen

  •  Sensibilisierungskampagne über die Diagnose und Behandlung der Schlafkrankheit
  •  Initiierung und Verbesserung der Dienstleistungen für die Diagnose und Behandlung
  •  Lokalisierung und Charakterisierung von Gesundheitseinrichtungen
  •  Screening von Patienten mit Verdacht auf Schlafkrankheit

Projektinfos

Mitarbeiter des Labors im Südsudan

Wo: Region Yei River State

Was: Diagnostik der Schlafkrankheit

Finanzierung: FIND

Partner: Ministry of Health South Sudan, FIND

Gesunde Mahlzeiten für hungernde Schulkinder

Noch immer wird das Leben der Menschen im Südsudan durch die Unruhen bestimmt. Der jüngste Staat der Welt kommt nicht zur Ruhe. Das Gebiet von Lologo ist ein ehemaliges IDP-Lager im Süden der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Einige Südsudanesen, die in diesem Gebiet leben, versuchen Obst und Gemüse anzubauen. Allerdings ist die Nahrungsmittelproduktion im Allgemeinen noch sehr gering und die Bedürfnissen der Gemeinschaft sind sehr viel höher. Diese Situation hat sich zusätzlich verschlechtert, weil die Lebensmittelpreise aufgrund einer hohen Inflation drastisch ansteigen.

Situation

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan am 09. Juli 2011 wurden die Hoffnungen auf eine positive Entwicklung im Dezember 2013 durch ein Wiederausbrechen der Gewalt jäh zerstört. Seitdem sind beinahe fünfzig Prozent der Bevölkerung des Landes auf der Flucht. Im August 2015 wurde ein Friedensabkommen zwischen den verfeindeten Parteien ausgehandelt, auf dessen umfassende Umsetzung die Bevölkerung bis heute wartet. Aber die Situation hat sich auch danach nicht verbessert. Auch 2016 kam es erneut zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen.

In Lologo, einem Stadtteil Juba, gibt es viele Kinder unter fünf Jahren, die unterernährt sind. Sehr viel mehr, als in anderen Regionen der Stadt. Ältere Kinder sind gezwungen in ihrer Umgebung nach Nahrung zu suchen. In der AL Salami Schule ist die Zahl der Schüler, die in den Klassen anwesend sind, in jüngster Zeit durch Hunger drastisch gesunken. Angesichts dieser Situation und der Ernährungsunsicherheit, mit der sich die meisten Haushalte in diesem Gebiet konfrontiert sehen, motiviert das Schulspeisungsprogramm die Kinder, wieder in die Schule zurückzukehren, was sich positiv auf ihren Bildungsstand und den Ernährungsstatus von 2.000 Kindern auswirkt.

Ziele

  • Verbesserung der Gesundheit und Verhinderung von Mangelernährung
  • Höhere Frequenz der Schulbesuche unter den Schülern, die in ihre Bildung investieren

Maßnahmen

  • Verteilung einer warmen Mahlzeit an die Schüler/innen
  • Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien wie Kochutensilien, Teller, Schürzen und Holzkohle

Projektinfos

Kinder ausd em Südsudans tehen an, um Teller zu spülen

Wo: Juba

Was: Gesunde Mahlzeiten für Schüler

Finanzierung: Spenden und Aktion Deutschland hilft

 

 

Aktuelles aus dem Projekt