Unsere Projekte in der demokratischen Republik Kongo

Reich an Rohstoffen und dennoch von Armut geprägt: das ist die Demokratische Republik Kongo. Jahrzehntelange Kriege, Ausbeutung und extreme Korruption haben dazu geführt, dass die DR Kongo heute zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. 2015 nahm das Land im Human Development Index der Vereinten Nationen einen der letzten Plätze ein. Internationale Bemühungen und kontinuierliche und nachhaltige humanitäre Hilfe haben aber dazu geführt, dass die allgemeine Entwicklung des Landes in der letzten Zeit zum Glück positiv verläuft. 

Die rund 81 Millionen Einwohner des Landes haben dennoch täglich mit großen Problemen zu kämpfen: eine niedrige Lebenserwartung, hohe Kindersterblichkeit und chronische Unterernährung. Medizinische Versorgung ist für Menschen in großen Teilen des Landes nicht zugänglich, weil sie entweder nicht oder nur rudimentär vorhanden ist oder weil die arme Bevölkerung sich eine Behandlung nicht leisten kann. 

Ein starker Partner für die Entwicklung des Landes

Besonders schwierig ist die Lage in den östlichen Provinzen der demokratischen Republik Kongo. Dort sind wir seit über 20 Jahren tätig und haben vielfältige Projekte in der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung durchgeführt. Außerdem arbeiten wir mit den Schwerpunkten Hygiene (WASH) und Ernährungssicherung. 

Unsere Arbeit konzentriert sich vor allem auf die Provinzen Ituri und Uélé. Dort unterhalten wir bewährte Partnerschaften zu lokalen Gesundheitszentren und Krankenhäusern. Unsere langjährige Erfahrung ermöglicht es uns, das Gesundheitssystem im Land qualitativ stetig weiter zu verbessern und für alle Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Wir haben das Ziel, jedem Menschen im Kongo einen einfachen, sicheren und günstigen Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.

Für ein starkes Gesundheitssystem in der DR Kongo

Schlechte Leistungen für viel Geld: das Gesundheitssystem in der Demokratischen Republik Kongo krankt an allen Ecken und Enden. Die Bevölkerung des Landes bekommt keine oder nur wenige Sozialleistungen. Dafür sind die medizinischen Leistungen, wenn es sie überhaupt gibt, völlig überteuert und von fragwürdiger Qualität.  

Und die Kosten müssen die Menschen im Land ganz allein tragen: Der Staat hat kein Geld und investiert deswegen nur wehr wenig in ein funktionierendes Gesundheitssystem. Die medizinischen Einrichtungen müssen sich selbst um eine ausreichende Finanzierung kümmern und wälzen die Last dabei oft auf die Patienten ab. So werden medizinische Leistungen für viele unbezahlbar. 

Hinzu kommt die schlechte Infrastruktur im Gesundheitssystem in der DR Kongo: die Gesundheitszentren und Krankenhäuser in abgelegenen Regionen haben oft einen Mangel an qualifiziertem Personal, ausreichenden Räumlichkeiten und medizinischer Ausstattung. außerdem mangelt es vielerorts an den richtigen Medikamenten. Oft, weil das Geld einfach nicht reicht, aber auch die Logistik stellt das Gesundheitswesen in der DR Kongo vpr große Herausforderungen: Die Straßen sind wenig ausgebaut, die Wege weit. Deswegen erreichen viele Medikamente die Patienten, die dringend Hilfe benötigen, nicht rechtzeitig. 

Seit über 10 Jahren sind wir deswegen an Programmen beteiligt, die das staatliche Gesundheitssystem stärken sollen. Um dies zu erreichen, unterstützen wir zur Zeit sieben Gesundheitszentren und Krankenhäuser im Nordosten des Landes finanziell, technisch und mit Know-how. Zusammen mit den lokalen Gesundheitsbehörden versorgen wir die Gesundheitszentren mit subventionierten Medikamenten, medizinischem Material, und Labormaterialien. Außerdem organisieren wir die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal und helfen bei der Finanzierung von Erweiterungen und Ausbau einiger Gesundheitseinrichtungen

Ein weiterer wichtiger Pfeiler unserer Arbeit ist die Verbesserung der Qualitätsstandards, des Managements und der Evaluierung der Gesundheitsbehörden. Um die Bevölkerung finanziell zu entlasten und eine medizinische Versorgung für alle möglich zu machen, haben wir außerdem gemeindebasierte Krankenversicherungen, sogenannte Dorfkrankenkassen, in zwei Gesundheitszonen eingeführt. 

Dadurch wollen wir dafür sorgen, dass die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo kostengünstige, fachgerechte und qualitativ hochwertige medizinische Hilfe bekommen. So können wir den rund 1,2 Millionen Menschen in den Provinzen Ituri und Haut Uélé effektiv helfen.

Projektinfos

Ein Arzt bei der Visite im Krankenhaus

Wo: Provinzen Ituri und Haut Uélé

Was: Stärkung des Gesundheitssystems

Ziele

  • Sichere Medikamentenversorgung 
  • Bereitstellung von medizinischen Geräten
  • Angebot und Qualität der Behandlungen verbessern
  • Qualitätsmanagement und Monitoring verbessern 
  • Reform der Finanzierung der Gesundheitseinrichtungen durch die Bevölkerung

Sauberes Wasser für die DR Kongo

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in der DR Kongo ist katastrophal: Im ganzen Land gibt es kaum befestigte Wasserstellen, an denen sich die Menschen mit Trinkwasser versorgen können. Auch Toiletten oder Latrinen sind in den meisten Haushalten nur in der rudimentärsten Ausführung vorhanden. Hinzu kommt, dass das Wissen über Hygiene meist gering ist. Das Resultat von unhygienischer Lagerung von Wasser, mangelnder Sorgfalt bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln und nicht zuletzt zu seltenem Händewaschen mit Seife sind dann oft Krankheiten und Epidemien, die sich fast ungehindert ausbreiten können. 

Auf diese Fälle sind die Gesundheitszentren und Krankenhäuser im Land schlecht bis gar nicht vorbereitet. Es fehlt sowohl an Fachwissen als auch an den nötigen medizinischen Materialien. So stehen die Menschen Epidemien und Krankheiten, die durch schlechte hygienische Verhältnisse übertragen werden oft machtlos gegenüber. Auch hier ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ein großes Problem. Zwar gibt es oft Quellen in der Nähe, diese sind aber oft ein großes Gesundheitsrisiko, da sie nicht befestigt sind und das Wasser darin steht. So kann es verschmutzt werden und Keime können sich nahezu ungehindert verbreiten. Aus diesen Quellen versorgen sich meist sowohl das medizinische Personal als auch die Patienten der Gesundheitszentren.

Ein weiterer großer Risikofaktor ist die ungeregelte Entsorgung medizinischer Abfälle. Dadurch kommt es häufig zu Infektionen, Vergiftungen und Verletzungen, die leicht zu vermeiden wären.

Dieselbe Situation zeigt sich in vielen öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Schulen. Es gibt keine hygienische Wasserversorgung, die Latrinen sind oft in einem mangelhaften und gesundheitsgefährdenden Zustand. Außerdem bieten die Einrichtungen nur ein geringes Maß an Privatsphäre und Intimität. Diese enormen Einschränkungen führen dazu, dass viele Schüler und Schülerinnen die Schule abbrechen. Das betrifft vor allem Mädchen, die ihre Periode haben. Wenn keine Privatsphäre in den Latrinen sichergestellt werden kann, bleiben die Mädchen während ihrer Menstruation zu Hause und gehen oft nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr zur Schule. 

Um die Situation sowohl in den Dörfern, als auch in Gesundheitszentren und an Schulen zu verbessern führen verschiedene Maßnahmen durch. 

In 14 Gesundheitszentren bauen wir sichere und saubere Zugänge zu Wasser, bauen oder renovieren die sanitären Anlagen wie Toiletten, Duschen oder Waschräume. Um medizinische Abfälle professionell zu entsorgen bauen wir Öfen, um die Abfälle zu verbrennen und damit Infektionen und Verletzungen zu vermeiden. Außerdem statten wir die Gesundheitszentren mit medizinischem Gerät und Material aus und Schulen Hygienekomitees, die die Einhaltung von Hygieneregeln in den Zentren überwachen sollen.

In vielen Dörfern und Schulen führen wir Tests zur Wasserqualität durch und kümmern uns um den Zustand der sanitären Anlagen und des Wasserzugangs an Schulen. Außerdem führen wir Schulungen zum Thema Hygiene durch und unterstützen die Gründung von Hygienekomitees, die Fortschritte und Einhaltung von Hygieneregeln überwachen sollen. Damit auch Mädchen nach der Pubertät weiterhin die Schule besuchen, schulen wir sie in Monatshygiene und stellen Materialien bereit. Nicht zuletzt kümmern wir uns um die sichere Entsorgung von Abfall, damit das Trinkwasser nicht weiter belastet und verschmutzt wird. 

Übergreifend führen wir in den Gesundheitszonen Schulungen zur Infektionsprävention und Workshops durch, die eine schnelle Reaktion im Falle von Krisen möglich machen. 

Projektinfos

Frau aus der DR Kongo holt sich Wasser

Wo: Provinzen Ituri und Haut Uélé

Was: Verbesserter Zugang zu Trinkwasser

Ziele: 

  • Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung in 21 Dörfern
  • verbesserter Zugang zu Trinkwasser
  • sichere Abwasser- und Abfallentsorgung
  • Hygienepraktiken vermitteln
  • verbesserte Bedingungen im Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich für Schulen und Gesundheitszentren
  • Vorbereiten auf einen möglichen Ausbruch und die Bekämpfung von Epidemien

Bessere Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik

Die Zentralafrikanische Republik befindet sich im Ausnahmezustand: 2013 wurde der Präsident Bozizé entmachtet und seitdem kämpfen seine Anhänger gegen einen Zusammenschluss muslimischer Rebellengruppen, der Séléka, um die Macht im Land. Die Kämpfe verlaufen sehr blutig und fordern viele Opfer auch unter Zivilisten. Außerdem rekrutieren beide Opponenten Kindersoldaten. 

Angesichts dieser anhaltenden massiven Bedrohung und des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung flohen viele Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik in die Nachbarländer. Rund 100.000 Flüchtlinge haben Zuflucht im Norden der demokratischen Republik Kongo gesucht. In letzter Zeit gibt es zwar einige positive Signale, doch von Frieden und Stabilität ist die Zentralafrikanische Republik noch weit entfernt. Die in die DR Kongo geflüchteten Menschen können also noch lange nicht in ihr Heimatland zurückkehren.  

Die Flüchtlinge belasten das fragile Gesundheitssystem in der DR Kongo zusätzlich. Besonders der Norden des Landes, in dem sich viele Flüchtlinge niedergelassen haben, ist ohnehin eine der am wenigsten entwickelten Regionen des Landes. Trotz der Armut dort nehmen aber viele Einheimische Flüchtlinge auf und versorgen diese auch zuhause.

Unser Projekt richtet sich sowohl an die Flüchtlinge als auch an die aufnehmende Bevölkerung. Ziel ist es, allen Menschen in der Region eine gesundheitliche Versorgung auf gutem Niveau zu ermöglichen. Dies ist aber aus verschiedenen Gründen schwierig. 

Zunächst einmal ist die Infrastruktur in der Region sehr schlecht. Die Gesundheitszentren können oft nur über marode Straßen und brüchige Brücken erreicht werden. Das macht es nicht nur für Patienten schwierig, in die Gesundheitszentren zu gelangen, sondern erschwert und verteuert auch die Lieferung von Medikamenten und medizinischem Material. Medikamente sind so oft, wenn sie denn überhaupt vorrätig sind, extrem teuer und unerschwinglich für große Teile der Bevölkerung und der Flüchtlinge. 

Ein weiteres Problem stellt die schlechte Ausbildung des Personals dar. Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht, das Personal wird einfach im laufenden Alltag eingearbeitet. Das Fachwissen des medizinischen Personals ist also mangelhaft und die Leistungen in den Gesundheitszentren oft mangelhaft. Außerdem fehlt es an technischem und medizinischem Gerät. Das gleiche gilt auch für Hebammen und Geburtsstationen, was Geburten in der Region zu einem großen Risiko für Mutter und Kind macht. Außerdem kann das Personal oft hygienische Grundregeln und Regeln des Arbeitsschutzes und Prävention von Infektionen nicht beachten oder umsetzen. So entsteht ein großes Risiko für Patienten, Begleiter und das Personal selbst. 

Die sanitären Anlagen der Gesundheitszentren sind ein weiterer Risikofaktor für Infektionen und Epidemien. Die vorhandenen sehr einfachen Anlagen sind oft in einem sehr schlechten Zustand und können von den Gesundheitszentren aufgrund der hohen finanziellen Belastung nicht ersetzt werden. 

Um die Versorgungssituation nachhaltig zu verändern und sowohl der Bevölkerung als auch den aus der Zentralfrikanischen Republik Geflüchteten zu zu helfen, haben wir einen umfassenden Maßnahmenkatalog entwickelt. Dazu gehören zunächst die Versorgung der Gesundheitszentren mit medizinischem Gerät und den nötigen Medikamenten in Form standardisierter und angepasster Kits. Außerdem sollen Behandlungen subventioniert werden und Schulungen sollen das Personal in Qualitätssicherung, Hygiene und Arbeitssicherheit weiterbilden. Zusätzlich werden auch Patienten und Besucher in Hygienemaßnahmen geschult. Um das Infektionsrisiko einzudämmen werden zudem hygienische Möglichkeiten zur Entsorgung von medizinischen Abfällen angeboten. Nicht zuletzt steht der Bau von Latrinen und Duschkabinen auf dem Programm, um die hygienische Grundversorgung zu verbessern. 

Projektinfos

Eine Ärztin untersucht ein Kind in der DR Kongo

Wo: Provinzen Ituri und Haut Uélé

Was: Versorgung von Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik

Ziele: 

  • Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch Lieferungen von Medikamenten, medizinischer Ausrüstung, Schulungen des Personals und Unterstützung bei der Finanzierung der Behandlungskosten.
  • Sicherstellen einer hygienischen Umgebung für Patienten, Begleitpersonen und Personal der Gesundheitszentren 
  • Senkung von Infektionen und Übertragung von Erkrankungen
  • Maßnahmen zur Infektionsprävention 

Hilfe für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Aufgrund der anhaltenden Unruhen im Südsudan fliehen zahlreiche Menschen in die Nachbarländer. Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind seit Juli 2016 über 50.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan registriert. 

Flüchtlinge und Bevölkerung brauchen Zugang zu sauberem Wasser und zu medizinischer Versorgung. Aber beides ist ein großes Problem im Land. Deswegen setzen uns für die Verbesserung der Wasser-, Sanitär- und Hygienebedingungen ein und sichern die kostenlose medizinische Behandlung der Flüchtlinge.

Die Flüchtlinge kommen oft in einem schlimmen gesundheitlichen Zustand in der DR Kongo an, sie sind schwach und verletzt. Oft leiden sie auch unter Infektionskrankheiten, die sie sich auf der Flucht zugezogen haben. Die gestiegenen Patientenzahlen stellen die Gesundheitszentren vor eine große finanzielle und logistische Herausforderung. Die Flüchtlinge können die Kosten für die Behandlung und die Medikamente oft selbst nicht stemmen. Deswegen stellen wir Medikamentenkits für die Zentren bereit und unterstützen sie finanziell. So kann allen Flüchtlingen und der ansässigen Bevölkerung schnell, effizient und kostengünstig geholfen werden. Wir versorgen die Gesundheitszentren außerdem mit wichtigem Material um Infektionen zu vermeiden und für Sicherheit im Umgang mit Personal und Patienten zu sorgen. 

Ein weiteres Problemfeld ist die Wasserversorgung in der Region. Vielfach nutzen die Menschen das Wasser aus offenen Gewässern um sich zu Waschen und um Nahrung zuzubereiten. Aufgrund der vielen Menschen auf engem Raum verschmutzen die Gewässer aber schnell und es besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen und die Ausbreitung von Krankheiten. Dem wirken wir mit Maßnahmen entgegen, die die Wasserversorgung und -aufbereitung verbessern. Dazu gehört die Einfassung von Quellen in Dörfern und in der Nähe von Gesundheitszentren und die Verteilung von wichtigem Material zur Aufbereitung von Wasser an rund 3.000 Haushalte.  Außerdem kümmern wir uns um eine geregelte Entsorgung von Abfall, damit das Wasser nicht zusätzlich noch durch Müll verschmutzt wird. 

Unser Bemühen um bessere hygienische Zustände wird verstärkt durch Aufklärungsmaßnahmen und Gesundheitskomitees, die über die Übertragungswege von Krankheiten aufklären sollen. Außerdem bekommen die Flüchtlinge von uns alle wichtigen persönlichen Hygieneartikel. 

Außerdem bauen wir sowohl in Flüchtlingscamps als auch in Gesundheitszentren Latrinen und andere sanitäre Einrichtungen wie Duschen und Waschräume. 

Projektinfos

Schreiendes Baby auf dem Arm eines Arztes

Wo: Provinzen Ituri und Haut Uélé

Was: Hilfe für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Ziele: 

  • Kostenlose Gesundheitsversorgung Flüchtlingen
  • Sichere und hygienische Wasserversorgung
  • Errichtung sanitärer Einrichtungen
  • Eindämmung von Infektionsrisiken zur Prävention von Epidemien

Aktuelles aus dem Projekt