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Malteser in Deutschland

Im Interview: Ausbilder Christoph Meuer erklärt die neue Erste-Hilfe-Ausbildung

Christoph Meuer ist seit drei Jahren Ausbildungsleiter bei den Maltesern in Bonn. Dort ist der 32-Jährige gut beschäftig: Er und sein Team aus 17 Ausbildern decken nicht nur die klassischen Erste-Hilfe-Kurse ab, sie bilden auch Pfleger, Erzieher und Schulsanitäter aus. Was sich ab dem 1. April 2015 in der Erste-Hilfe-Ausbildung geändert hat, welche Voraussetzungen man als Ausbilder mitbringen sollte und warum er selbst seit seinem Zivildienst den Maltesern treu bleibt, das erklärt er in diesem Interview.

Malteser: Herr Meuer, was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit als Ausbildungsleiter besonders?
Christoph Meuer: Die Vielseitigkeit – es kommt eigentlich nicht vor, dass zwei Tage hintereinander gleich verlaufen. Dabei kann ich mir die Aufgaben frei einteilen. Für mich ist es außerdem wichtig, hin und wieder noch selbst zu unterrichten, also das zu praktizieren, was ich anderen an die Hand gebe. So kann ich mir einen Eindruck verschaffen, wie unsere Inhalte ankommen. 

Damit sprechen Sie einen aktuellen Punkt an. Das System der Erste-Hilfe-Kurse wird ab dem 1. April 2015 umgestellt. Was wird sich ändern?
Kurz zusammengefasst: Die Grundausbildung wird kürzer, die Erste Hilfe insgesamt einfacher und praxisbetonter. Dabei werden noch immer die gleichen Kompetenzen vermittelt, nur mit einer anderen Gewichtung.

Inwiefern ist die Gewichtung nun eine andere?
Die ausbildenden Organisationen, die im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) zusammenarbeiten, haben sich intensiv mit aktuellen medizinischen und pädagogischen Studien auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist eine Ausbildung, die sich viel stärker am Teilnehmer orientiert, wo immer möglich auf unnötige Hintergrundinformationen verzichtet und das praktische Tun in den Vordergrund stellt. Die Teilnehmer werden mit ihren eigenen Erfahrungen viel stärker in die Kurse eingebunden und bestimmen somit ein gutes Stück mit, was sie besprechen möchten.

Welche Kurse betrifft die Umstellung?
Zunächst den Erste-Hilfe-Kurs und die Erste-Hilfe-Fortbildung. Beide Kurse sind nunmehr eintägig und haben einen Umfang von 9 Unterrichtseinheiten. Bei der Fortbildung ist das nur eine kleine Veränderung, beim Grundkurs entfällt somit ein ganzer Lehrgangstag.

Ganz entfallen wird künftig der Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“, der klassische Führerscheinkurs. Führerscheinbewerber aller Klassen werden künftig den 9-stündigen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Die gesetzlichen Vorgaben dazu sollen im Sommer verabschiedet werden.

Wie nehmen die Ausbilder das neue Konzept auf?
Die Ausbilder, mit denen ich bisher gesprochen habe, sind von dem Konzept sehr überzeugt. Ein Großteil arbeitet bis zum 1. April mit einem Übergangskonzept, denn wir haben jetzt schon die neuen Methoden, aber noch die alten Vorgaben von der Berufsgenossenschaft. Die Ausbilder, die das neue Konzept bereits in der Praxis angewandt haben, stellen fest, dass die Teilnehmer sich viel mehr einbringen als vorher. Die neuen Methoden sind interaktiver, es gibt Rollenspiele und Gruppenarbeiten. So kommen die Leute schneller ins Gespräch und tauschen ihre Erfahrungen aus. Manche Teilnehmer sind es nicht gewohnt, acht Stunden am Stück zu sitzen und zuzuhören. Denen kommt das neue Konzept sehr entgegen: Jetzt ist man schon mal 45 bis 60 Minuten auf den Beinen und aktiv.

Fernab davon: Wie hat Ihr Weg bei den Maltesern eigentlich angefangen?
Ursprünglich mit dem Zivildienst. Später habe ich auch ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Hilfsorganisation gemacht. Über die Abendschule ließ ich mich dann zum Rettungsassistenten ausbilden, sodass ich im Rettungsdienst der Malteser tätig sein konnte. Irgendwann wurde ich schließlich ehrenamtlicher Ausbilder.

Woher nehmen Sie diese Motivation? 
Ich habe mich immer wohl gefühlt bei den Maltesern. Man wird schnell sehr gut aufgenommen.  Auch während meiner Berufsausbildung bin ich ehrenamtlich aktiv geblieben. Die Gemeinschaft ist einfach etwas Besonderes. 

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