Jahresstatistik Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung 2021

Alle Standorte der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) haben für Erstellung des Jahresberichts 2021 mit der Zurverfügungstellung ihrer Daten beigetragen. Ihnen allen gilt unser Dank! Besonderen Dank gilt den ehrenamtlichen Ärztinnen und Ärzten, den vielen Helfenden in den Einrichtungen, ob in der Patientenversorgung oder in der -verwaltung. Ohne Ihr Engagement, Ihre Mühe und Zeit wäre weder die Hilfe für die Menschen ohne Krankenversicherung noch dieser Bericht möglich. 

Die medizinische Versorgung benachteiligter Menschen ist und bleibt die Hauptaufgabe der MMM. Gerade unter der noch immer anhaltenden pandemischen Lage ist der Einsatz für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Die durch Corona bedingten baulichen Veränderungen aus 2020 konnten im vergangenen Jahr an den Standorten abgeschlossen werden. Erfreulich ist, dass im Jahr 2021 keine Einrichtung wegen Corona schließen musste und somit die Versorgung der Hilfesuchenden gewährleistet werden konnte. Die Standorte Arnstadt und Erfurt (Thüringen) wurden aus Effizienzgründen zusammengelegt.

Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Covid-Pandemie, konnten wir einen Rückgang an Patienten beobachten. Dieser Trend ist gestoppt. Einzelne Standorte haben wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht. Als Ergänzung zum Angebot der MMM kam in 2021 die Unterstützung der Covid-Impfaktion dazu; zum großen Teil direkt in den MMM-Standorten, zum Teil durch Vermittlung an Gesundheitsämter, Impfzentren oder niedergelassene Praxen. Um dies zu ermöglichen war die Kreativität der einzelnen Standorte gefragt. Auch hier einen herzlichen Dank für Ihren erfolgreichen Einsatz!

Hinweis: im Folgenden stehen die Zahlen aus 2020 in Klammern

Erstkontakte

In 2021 gab es insgesamt 5.611 (4.959) Erstkontakte. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 13 Prozente zum Vorjahr. Wiedervorgestellt haben sich 7.500 (6.106) Patienten. Damit kam es insgesamt zu 13.111 (11.065) Gesamtkontakten mit Hilfesuchenden.

Altersverteilung

Die Altersverteilung ist in Gruppen zusammengefasst. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen, während es in den Gruppen Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren) und Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren ein höheres Patientenaufkommen gab.

Es zeigt sich folgendes Bild:

  • 738 (646) Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wurden behandelt. 
  • Bei der Personengruppe der 18 bis 60-Jährigen konnten 4.305 (3.614) Hilfesuchende versorgt werden.
  • Bei den über 60-jährigen Menschen haben sich 568 (682) vorgestellt.

Geschlecht

Im vergangenen Jahr war die Geschlechterverteilung fast gleich. Mit 2.817 der Behandelten waren weiblich, 2.788 männlich und 6 divers. Im Vergleich zum Vorjahr sind rund 470 mehr Männer und rund 240 mehr Frauen in die Sprechstunden gekommen.

Schwangere

Von den 2.817 Patientinnen waren 849 (766) schwanger, dies entspricht einem Anteil von rund 30,1 Prozent. 728 (656) von ihnen wurden begleitet. Die anderen wurden an externe Einrichtungen vermittelt.

Herkunft

Die Herkunft der 5.611 Erstkontakte ist eingeteilt nach Kontinenten. Das europäische Gebiet umfasst Deutschland, Europäische Union (EU) und übriges Europa. Daneben findet man bei der Herkunft der PatientInnen Afrika, Asien, Lateinamerika und übrige Staaten. 

  • Auffällig ist, dass sich die Anzahl der deutschen Staatsbürgerinnen und -bürger um 249 (rund 34,2 Prozent) erhöht hat. 
  • 728 (479) deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger ohne Krankenversicherung suchten unsere Standorte auf, das entspricht etwa 13 Prozent der Erstkontakte.
  • Mit 1.707 (1.758) Menschen aus der EU (ohne Deutschland) stellte diese Gruppe den größten Anteil an Patientinnen und Patienten, das sind rund 30,4 Prozent.
  • Aus afrikanischen Ländern haben im vergangenen Jahr 881 (933), also rund 15,7 Prozent Menschen unsere Hilfe in Anspruch genommen.
  • 1058 (866) waren asiatischer Herkunft, das sind ca. 18,9 Prozent.
  • Aus dem übrigen Europa kamen 886 (684) Patientinnen und Patienten, das sind knapp 15,8 Prozent.
  • 6,2 Prozent kamen aus Lateinamerika und anderen Länder, konkret 351 (229) Hilfesuchende.

Aufenthaltsrechtlicher Status

3.050 (2.690) der Patientinnen und Patienten hatten einen legalen Aufenthaltsstatus, während 1.124 (1.000) ohne Status unsere Standorte aufsuchten. 1.437 (1.269) haben keine Angaben gemacht.

Covid-19 Impfungen

Mit 1193 Impfungen und 676 Vermittlungen an Impfstellen konnte für die Menschen ohne Krankenversicherung ein erfreulicher Beitrag zum eigenen Schutz der Patientinnen und Patienten durch die MMM geleistet werden und dies immer unter der Wahrung der Anonymität.

Ehrenamtliche

Trotz einiger personeller Änderungen in den einzelnen Standorten (z.B. durch Beendigung ihrer ärztlichen Tätigkeiten) konnte durch Neugewinnung die Anzahl der Ehrenamtlichen nahezu konstant gehalten mit 295 (298) werden.