Eigentlich ist doch der Frühling die schönste Zeit des Jahres, oder? Die ersten Krokusse schieben sich durch die Erde, die Kolleginnen und Kollegen tauschen den dicken Wintermantel endlich gegen die Übergangsjacke und bei der ersten Tasse Kaffee auf dem Balkon blinzeln wir alle hoffnungsvoll in die Sonne. Doch während wir anfangen über Grillabende und Urlaubsplanung zu fachsimpeln, geht mir, auch meinem Job geschuldet, der Gedanke durch den Kopf: Sind wir Frühlings-Fans eigentlich bereit für das, was uns der Sommer mittlerweile jedes Jahr zuverlässig serviert?
Zieht euch warm an – es wird noch heißer
Im aktuellen Malteser Magazin dreht sich alles um das Thema Gesundheit. Das passt perfekt, denn genau jetzt, im wechselhaften April, entscheidet sich, wie gesund wir durch den August kommen. Hitzeschutz ist nämlich kein Thema, das man erst anpackt, wenn der Asphalt unter den Rettungswagen flüssig wird. Es ist wie immer im Leben: Planung und Vorbereitung helfen uns, im Ernstfall gut durch die Krise zu gelangen.
In der Fachstelle Nachhaltigkeit haben wir uns deshalb vorgenommen: 2026 ist unser Jahr des Hitzeschutzes. Und dazu sind wir bereits im Februar, als die Temperaturen noch einstellig waren, mit unserer ersten Veranstaltung zum Thema „Wenn Sonne zur Hitzebelastung wird“ gestartet. Warum? Weil Hitzeschutz bei den Maltesern eine fundamentale Frage der Nächstenliebe ist. Wir sprechen hier nicht von ein bisschen Schwitzen beim Betriebsausflug. Wir sprechen zum Beispiel von:
- unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, deren Herz-Kreislauf-System bei 30 Grad in der Pflegeeinrichtung Schwerstarbeit leistet.
- unseren Ehrenamtlichen, die beim Sanitätsdienst einen Sonnenstich behandeln, während sie selbst der gnadenlosen Hitze ausgesetzt sind.
- uns allen, weil wir Malteser ganz einfach auch nur dann helfen können, wenn wir nicht selbst einen Hitzschlag erleiden.
Strategie statt Sonnenbrand
Nachhaltigkeit bedeutet, heute so zu planen, dass wir morgen noch einsatzfähig sind. Darin steckt für mich, die strategische Vorbereitung auf die kommende Hitzeperiode früh genug anzugehen. Wir müssen uns jetzt fragen: Welche Räume in unserer Dienststelle heizen sich bei hohen Außentemperaturen besonders auf? Wie können wir in der Hitzewelle so umstrukturieren und handeln, dass Mitarbeitende, Engagierte oder Klientinnen und Klienten, die sich regelmäßig in diesen Räumen aufhalten, nicht unter der Hitze leiden müssen? Wie versorgen wir alle mit genug Flüssigkeiten? Wer ist verantwortlich, die geplanten Maßnahmen im Fall der Fälle umzusetzen? Was können wir heute schon tun, um die Temperaturen im Sommer einzudämmen? Und ich könnte noch lange so weiter machen.
Genauso wichtig wie eine gute Vorbereitung ist allerdings auch die Auswertung der letzten Hitzewelle. Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis: Wenn wir uns fragen, welche Maßnahmen und Verantwortlichkeiten im letzten Sommer gut funktioniert haben und an welchen Stellen es noch Probleme gab, sorgen wir dafür, dass wir aus unseren Handlungen und Erfahrungen lernen werden. Und dann heißt es, im Sinne der Nächstenliebe: Handeln, bevor eine Not entsteht.
Liebe Malteser
Wenn wir eins mit Sicherheit über uns sagen können, ist es doch, dass wir eine krisenfeste Organisation sind. Wir kennen uns aus mit Gefahren und springen da ein, wo andere Hilfe brauchen. Also lassen Sie uns auch in diesem – vielleicht noch neu erscheinenden – Problemfeld anpacken lernen und dafür sorgen, dass unsere Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden wie auch unsere Schutzbefohlenen gesund durch den nächsten Sommer kommen.