Überraschende Dimensionen: Pendelverkehr gleichauf mit Dienstwagenflotte
Besonders aufhorchen ließ eine Hochrechnung: Die CO₂-Emissionen aus den Pendelfahrten der Mitarbeitenden erreichen mindestens das gleiche Niveau wie die des gesamten Dienstfuhrparks – und vermutlich sogar mehr. „Das war ein Aha-Moment“, so Wundke. „Es zeigt, dass die Mobilität unserer Mitarbeitenden eine mindestens ebenso große Stellschraube für den Klimaschutz ist wie unsere Gebäude oder Dienstfahrzeuge.“
Von Erkenntnissen zu Maßnahmen
Aus der Befragung sind bereits erste konkrete Schritte entstanden. Ziel ist es, attraktive und realistische Angebote zu schaffen. Es geht nicht darum eine allgemeingültige Maßnahme für alle Standorte und Mitarbeitenden zu finden, sondern einen Mix, der zu den unterschiedlichen Lebensrealitäten passt.
Aktuell werden vor allem folgende Themen für eine Umsetzung geprüft:
- Fahrradfreundlichkeit verbessern: Ausarbeitung und Einführung des Konzeptes „Fahrradfreundliche Dienststelle“ mit einheitlichen, hohen Standards für Fahrradabstellanlagen. Des weiteren Services und Incentives, die die Nutzung von Fahrrädern erleichtern und attraktiver machen sowie Sensibilisierungsmaßnahmen und Mitmachaktionen, die motivieren aufs Rad zu steigen.
- ÖPNV-Angebote nutzen: Das bereits bestehende Angebot eines vergünstigten Deutschlandtickets für Hauptamtliche soll stärker beworben werden. Für Ehrenamtliche werden alternative Fördermöglichkeiten eines ÖPNV-Tickets geprüft.
- Gesundheitsaspekt einbeziehen: Das Fahrradpendeln oder der Weg zu Fuß zur Arbeit könnten auch als Bausteine in der Gesundheitsförderung der Malteser gedacht werden. Wie dies genau aussehen kann, steht noch nicht fest. Über Ideen und Anregungen freut sich Julian Wundke.
- Nachhaltigere Autonutzung: Auf regionaler Ebene werden aktuell die Entwicklung und Pilotierung eines Tools zur leichteren Bildung von Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg diskutiert. Weitere Maßnahmen sind angedacht und werden zukünftig genauer ausgearbeitet.
Wirkung über den Bezirk hinaus
Wundke sieht die Befragung nicht nur als lokalen Impuls: „Wir versuchen immer Maßnahmen zu entwickeln, die möglichst passgenau für die Gegebenheiten vor Ort sind. Durch die strukturierte Zusammenarbeit in den Regionen Nordost und Nordwest, schauen wir aber auch immer direkt, wie wir Maßnahmen übertragbar machen können. Wenn wir Pilotprojekte, wie die „Fahrradfreundliche Dienststelle“ erproben und aufbereiten, können andere Bezirke davon profitieren und schneller in die Umsetzung kommen. Das natürlich auch außerhalb dieser beiden Regionen“. Damit zeigt sich, wie lokale Initiativen in die Gesamtstrategie einzahlen und umgekehrt von regionalen Vorgaben profitieren können.
Ein Blick nach vorn
Der nächste große Schritt ist bereits geplant: Ab Winter sollen die Dienststellen bei der konkreten Umsetzung besserer Fahrradinfrastruktur unterstützt werden. Ziel ist, dass zum Frühjahr spürbare Verbesserungen sichtbar sind. Und wenn er einen Wunsch frei hätte? „Ich würde mir eine attraktive Lösung für diejenigen wünschen, die auf das Auto angewiesen sind – vielleicht eine Förderung für private E-Fahrzeuge oder ein innovatives Mitfahrmodell. Das würde uns noch einmal einen großen Schritt weiterbringen.“
Die Befragung im Bezirk Hildesheim zeigt: Nachhaltige Mobilität ist kein abstraktes Thema, sondern konkret machbar: Mit Maßnahmen, die sich nah an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren. Sie macht sichtbar, dass die Malteser mit vielen kleinen und größeren Schritten gemeinsam eine große Wirkung erzielen können.