Junior-Demenzbegleiter: Mehr Verständnis für Krankheit Demenz

Ein außergewöhnliches Generationen-Projekt

„Die Ausbildung hat uns ganz viel Verständnis für die Krankheit Demenz gebracht.“ Das ist das Fazit von Jugendlichen nach ihrer zweimonatigen Ausbildung zum Junior-Demenzbegleiter. 2014 haben die Malteser in Mainz im Rahmen eines Projekts mit dem Namen „Junges Gemüse – Altes Eisen“ den ersten Kurs zum Junior-Demenzbegleiter gestartet. Seitdem wurden 14 Jugendliche ausgebildet. 15 Schülerinnen und Schüler absolvieren die Ausbildung aktuell in Mainz und Worms. Auch in Fulda und Marburg bilden die Malteser Junior-Demenzbegleiter aus. Weitere Städte sollen folgen.

Das gemeinsame Projekt der Jugend und des Besuchs- und Entlastungsdienstes der Malteser sowie der Kooperationspartner soll Generationen verbinden und Jugendliche für die Krankheit Demenz sensibilisieren. Momentan wird das Projekt in Mainz auch vom Bundesmodellprogramm „Allianzen für Menschen mit Demenz“ gefördert. Im Theorieteil der Ausbildung geht es um die Fragen: Was ist Demenz? Woher kommt sie, wie macht sie sich bemerkbar? Und vor allem: Welche Bedürfnisse haben Menschen mit Demenz und wie kann die Beziehungsgestaltung gelingen?  Ihre praktischen Erfahrungen sammeln die Jugendlichen im Café Malta und in kooperierenden Einrichtungen, wie zum Beispiel Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz.

Das Café Malta ist ein Betreuungs- und Entlastungsangebot der Malteser für an Demenz erkrankte Menschen und deren pflegende Angehörige. Hier kümmern sich speziell geschulte Demenzbegleiter um die Erkrankten stundenweise in ungezwungener Atmosphäre. Im Café Malta unterstützen die Junior-Demenzbegleiter die Ehrenamtlichen bei der Betreuung der alten Menschen. In den kooperierenden Einrichtungen begleiten sie gemeinsam mit der zuständigen Koordinatorin Ausflüge oder gestalten Aktionen wie zum Beispiel Plätzchen backen oder Blumen pflanzen.

Wunderbar, wenn Leben in die Bude kommt
„Beim gemeinsamen Singen, Spielen und Erzählen können wir nicht nur die Auswirkungen der Krankheit erfahren, sondern wir spüren auch die Lebensfreude der Betroffenen“, sagt Carolin, eine Kursteilnehmerin. „Bei an Demenz Erkrankten entwickeln sich zwar viele Fähigkeiten im Laufe der Zeit zurück – zum Beispiel das Zeitverständnis, räumliche Orientierung und vor allem das Gedächtnis. Was sie aber nicht verlieren, ist die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden. Sie genießen menschliche Nähe und wollen in Gemeinschaft sein.“ Dementsprechend ist es nicht nur für die Schülerinnen und Schüler eine wertvolle Erfahrung. „Für die Menschen mit Demenz ist es etwas Wunderbares, wenn Leben in die Bude kommt“, so Katharina Minges, die bei der Malteser Jugend in Mainz das Projekt initiiert hat.
   
Nach ihrem Abschluss als Junior-Demenzbegleiter, der mit einem Zertifikat belohnt wird, betreuen die meisten Jugendlichen weiterhin an Demenz erkrankte ältere Menschen und besuchen regelmäßig das Café Malta oder die kooperierenden Einrichtungen. „Wir finden, dass sich die Ausbildung für uns sehr gelohnt hat. Wir haben viel gelernt, was uns in Zukunft, vielleicht auch einmal in unserer eigenen Familie, hilfreich sein wird“, ziehen die Teilnehmer als Fazit.

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