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Malteser in Deutschland

Sonderzug 2940: Ankunft in Deutschland

Malteser Flüchtlingshilfe im Sonderzug 2940

Warum sie geflohen sind? „Sie bombardieren uns doch bloß“, sagt der 75-Jährige, der so gut Deutsch spricht, weil er für ein Reisebüro in Damaskus und in Deutschland gearbeitet hat. Jetzt schluchzt der zierliche ältere Herr, der sich als Ahmed vorgestellt hatte. Ein junger Mann hilft ihm mit einem Papiertaschentuch.

Unter den 12 Männern und Frauen seiner Gruppe sind Schlosser, Schreiner, Elektromechaniker und Studenten. Vor 20 Tagen sind sie in Syrien aufgebrochen, weite Strecken zu Fuß gegangen. „Körperlich sind wir ziemlich kaputt“, schildert Ahmed ihren nicht zu übersehenden Zustand. Aber der Wille ist ungebrochen. Was sie sich wünschen, wo sie jetzt hier im Zug irgendwohin in Deutschland unterwegs sind? „Dass wir nicht wieder gehen müssen, und dass wir arbeiten können.“ – Ahmeds Stimme klingt noch ein wenig spröde, aber schon wieder fester.

Malteser Flüchtlingshilfe im Sonderzug 2940

Um 9.26 Uhr hat der Sonderzug 2940 mit 12 Wagons Passau verlassen, um 650 Flüchtlinge genau an dem Tag zur Drehscheibe am Köln/Bonner Flughafen zu bringen, an dem sich der 400. Zug seit Aktionsbeginn mit Flüchtlingen aus Süddeutschland in den Rest der Republik auf den Weg macht. Jeder Flüchtlingszug wird von Einsatzkräften der Hilfsorganisationen begleitet, und so kümmern sich die Malteser Christian, Tim, Bastian und Rebecca aus Geseke, die diesen Einsatz ehrenamtlich übernommen haben, übers Medizinische hinaus auch um die Verteilung von Wasser- und Lunchpaketen, bereiten Fläschchen für Säuglinge zu, bieten Gläschen mit Kindernahrung und Windeln an und versuchen, Fragen zu beantworten – allen voran, wo es denn hingeht.

Malteser Flüchtlingshilfe im Sonderzug 2940

„Wie offen die Kinder auf uns zugehen, bei allem was hinter ihnen liegt, das ist schon erstaunlich“, stellt Rebecca fest, nachdem sie mehrmals den Zug in seiner Länge von 300 Metern durchmessen hat. Manche der Flüchtlinge wirken zurückgezogen, andere suchen freundlich und erwartungsvoll Kontakt zu den Maltesern in ihrer blau-roten Einsatzkleidung. „Wenn ich ein Lächeln zurückbekomme, dann habe ich das Gefühl, das ist ehrlich gemeint“, meint Bastian, und Tim stimmt ihm zu. Christian erzählt von der Antwort eines Flüchtlings, der als Küchenchef gearbeitet hat, auf die Frage, was denn sein Wunsch hier in Deutschland sei: „Dass die Kinder in Sicherheit sind, dass wir leben können, ohne Angst um uns oder andere haben zu müssen – dass wir leben können, einfach nur leben. Und dabei standen dem gestandenen Mann die Tränen in den Augen“, fügt Christian hinzu.

Teams für die Züge

Bei der Begleitung der Flüchtlingszüge tragen seitens der Malteser die bayerischen Diözesen mit zusammen 71 beteiligten Teams die Hauptlast. Aber auch die Diözesen Berlin, Paderborn und Köln stellen Teams für die Zugbegleitungen.

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE 1037 0601 2012 0120 0012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.