Fakten zur Malteser Corona-Hilfe

Die Malteser sind als Hilfsorganisation und Träger von Krankenhäusern, Altenhilfeeinrichtungen und sozialen Einrichtungen auf vielfältige Weise in die Bewältigung der COVID-19-Pandemie eingebunden.
 

Von Beginn der Corona-Krise engagieren sich Ehrenamtliche der Malteser, um den Bedarf an medizinischem und sanitätsdienstlichem Personal zu decken, ältere oder isolierte Menschen zu unterstützen und um logistische Leistungen für das Gesundheitssystem zu übernehmen. Im Durchschnitt sind jeden Tag in ganz Deutschland mehr als 1.000 Malteser für diese Aufgaben im Einsatz.

Tausende Mitarbeitende und Ehrenamtliche wurden geschult, um Menschen in Not auch unter strengen Schutzauflagen sicher und zuverlässig helfen zu können.

Nach Asien, Europa und den USA erreicht die Pandemie auch die ärmsten Länder der Welt. Als eine der größten katholischen Hilfsorganisationen weltweit sind die Malteser im Einsatz, um auch dort zu helfen wo COVID-19-Erkrankungen eine noch ungleich größere Bedrohung darstellen. Die Malteser in Deutschland unterstützen die ausländischen Malteser Organisationen durch Spendengelder und bei der Beschaffung von Hilfsmaterial und Schutzausrüstung.

Malteser Corona-Hilfen in Deutschland

Bevölkerungsschutz

Einsatzkräfte der Malteser im Rettungsdienst.

Die Notfallvorsorge der Malteser leistet im Rahmen des Katastrophenschutzes ihren Beitrag dazu, die außergewöhnlichen Belastungen für das deutsche Gesundheitssystem durch fachliche Unterstützungsleistungen abzufedern.

Die Malteser haben auf die Herausforderung der Corona-Krise mit der Einrichtung eines zentralen Krisenstabs reagiert, der alle Aktivtäten bundesweit steuert und koordiniert. Die Einsatzleitung in der Bundeszentrale in Köln beobachtet die tagesaktuelle Entwicklung und arbeitet mit den zuständigen Behörden und anderen Hilfsorganisationen daran, notwendige Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie umzusetzen.

Auch fachlich qualifizierte Aufgaben, die über den Katastrophenschutz hinausgehen, nehmen zu: So entlasten die Malteser den über die Rufnummer 116117 erreichbaren ärztlichen Notdienst und übernehmen Transporte für den medizinischen Notdienst der Krankenkassen.

Mit fünf regionalen Logistik-Hubs organisieren die Malteser die schwierige Aufgabe, Schutzausrüstung und Material für die Erfüllung der Aufgaben zu beschaffen und zuzuliefern. Bis Anfang Mai stellten die Malteser ihren Mitarbeitenden und Helferinnen und Helfern fast 600.000 FFP2-Schutzmasken, 1,2 Million Mund-Nasen-Schutz-Masken sowie über 300.000 Schutzanzüge oder Schutzkittel und 40.000 Schutzbrillen bereit. Mehr als 17.000 Liter Desinfektionsmittel wurden beschafft.

Da ein steigender Bedarf an Helferinnen und Helfern zur Unterstützung der Pflege zu erwarten ist, wurden neue Formate für eine rasche Qualfizierung entwickelt. Im April starteten sowohl eine Online-Schulung (entsprechend einem Präsenzunterricht von 40 Einheiten) als auch eine Kompaktfortbildung zum Pflegehelfer, die innerhalb von nur einer Woche das notwendige Basiswissen vermittelt. Die als Pilotprojekt für Nordrhein-Westfalen entwickelte Kompaktfortbildung wird inzwischen bundesweit angeboten.

Das Einsatzgeschehen spiegelt die regional unterschiedlich hohen Infektionsraten wider. Bis zu 3.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte stehen bereit: Sie helfen dabei, Personen in Abstrichstellen und „Drive-Ins“ auf das Virus zu testen, richten Fieberambulanzen ein, um Arztpraxen zu entlasten, und beteiligen sich am Aufbau und Betrieb von Quarantänestationen oder Behelfskrankenhäusern.

In mehreren Kommunen unterstützen Einsatzkräfte der Malteser den Regelrettungsdienst. Sie werden auch zur Verlegung von Patienten sowie bei der Evakuierung von Pflegeheimen nach einem Corona-Ausbruch angefordert.

Hilfsangebote im Alltag

Einkaufshelferin der Malteser mit voller Einkaufstasche vor dem Transporter.

Als rasche Antwort auf die Corona-Krise haben die Malteser ihre Aktivitäten zur Unterstützung von älteren Menschen und Angehörigen von Risikogruppen deutlich verstärkt. Über die bundesweite Telefon-Hotline 0221 9822-9506 kann seit Ende März Hilfe und Unterstützung für sich oder für Angehörige angefordert werden.

In über 200 Städten und Gemeinden wurden in kürzester Zeit fast 400 zusätzliche soziale Angebote geschaffen, die vielen Betroffenen Unterstützung und Halt geben. Alle diese Dienste helfen unentgeltlich und werden von Ehrenamtlichen der Malteser erbracht.

An über 150 Orten schließen Einkaufshilfen für COVID-19-Risikogruppen, die Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente bis an die Türschwelle liefern, eine Lücke in der Versorgung. Kurze Gespräche an der Haustür sind trotz des Sicherheitsabstands eine wichtige Aufmunterung für diejenigen, die besonders unter der Isolation leiden.

Mit mehr als 120 virtuellen Besuchsdiensten per Telefon und Online-Chats bleiben die Malteser nahe bei Menschen, die derzeit nicht rausgehen und keinen Besuch erhalten dürfen, um Einsamkeit zu lindern und Sorgen und Ängste aufzufangen.

Weit mehr als 100 weitere Angebote sind in der Corona-Krise neu entstanden: Obdachlose und bedürftige Menschen, für die derzeit wichtige Hilfen wegbrechen, werden mit lebensnotwendigen Gütern versorgt. Geflüchtete Menschen erhalten Deutschunterricht nun per Videochat. Angehörige von Demenzkranke finden Rat und Hilfe per Telefon, Haustiere werden ausgeführt und vielerorts werden Mundschutz-Masken genäht und kostenlos verteilt.

Sofern keine behördliche Anordnung zur Schließung vorliegt, halten die Malteser auch die Türen ihrer unentgeltlichen Sprechstunden für Menschen ohne Krankenversicherung offen oder bieten in vielen Fällen zumindest eine telefonische Notfallbetreuung an.
 
Die regulären sozialen Dienste. allen voran der Hausnotruf für rund 130.000 Haushalte sowie der Menüservice ("Essen auf Rädern") und die ambulante Pflege werden unter strikter Einhaltung aller Auflagen und Handlungsempfehlungen zuverlässig weiterhin erbracht.

Krankenhäuser und Altenhilfe

Mitarbeiterin im Malteser Krankenhaus St. Carolus in Schutzkleidung

Die acht Akutkrankenhäuser der Malteser in Deutschland halten insgesamt 2019 Betten bereit. Die derzeitigen Behandlungskapazitäten von 92 Intensivpflegeplätzen (davon 60 Beatmungsplätze) sollen um weitere 41 Intensivpflegeplätze aufgestockt werden, um auf eine große Anzahl von Covid-19-Patienten vorbereitet zu sein. Isolierstationen wurden eingerichtet, die Abläufe in der Patientenversorgung umgeplant und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend geschult, um verstärkt in den Isolierbereichen eingesetzt werden zu können.

Geplante Operationen wurden verschoben, um weitere Kapazitäten zu schaffen. Gleichzeitig läuft der Notfallbetrieb weiter. Unfallopfer oder Krebskranke brauchen ebenfalls Hilfe. Alle Krankenhäuser haben strenge Vorsorgemaßnahmen getroffen, um alle Patienten wie auch die Ärzte, Pflegekräfte und das weitere Personal bestmöglich zu schützen. Sehr frühzeitig wurde der Zugang nach dem Nadelöhr-Prinzip kontrolliert und ein gesonderter Eingang an der Notaufnahme für Patienten mit grippeähnlichen Symptomen eingerichtet.
 
Um den Patienten im Haus zu ermöglichen, trotz des Besuchsverbotes mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben, bieten viele Malteser Krankenhäuser eine kostenfreie WLAN-Verbindung im Patientenzimmer an. Das Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz stellt auch Tablet-Computer für das Videotelefonat nach Hause zur Verfügung.

Auch in den 34 Altenpflegeeinrichtungen der Malteser gelten strenge Zugangsregeln. Weitreichende Vorkehrungen wurden getroffen, um Infektionen bestmöglich zu verhindern. Alle Malteserstifte sind zurzeit – einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) folgend – für Besucher geschlossen. Nur im Einzelfall werden Ausnahmen vom generellen Besuchsverbot gemacht, beispielsweise wenn ein Besuch aus medizinischen Gründen notwendig ist. Ziel ist es, die Infektionsgefahr von außen möglichst gering zu halten und sowohl die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen.

Migrationseinrichtungen

Dasselbe gilt für die mehr als 50 von den Maltesern betriebenen Einrichtungen für Migranten und geflüchtete Menschen. Neben der sorgfältigen Umsetzung und Einhaltung der Präventionsauflagen in den Unterbringungseinrichtungen ist die Information und Aufklärung der Bewohner eine wichtige Aufgabe. Denn viele geflüchtete Menschen zeigen sich aufgrund von Sprachbarrieren oder wegen des fehlenden Zugangs zu zuverlässigen Informationen ob der Gefahren einer Coronainfektion besonders verunsichert. Eine besondere Herausforderung besteht in der sozialen Betreuung von infizierten oder in Quarantäne befindlichen Geflüchteten, die die Malteser auf vermehrte Anfragen hin immer häufiger übernehmen.

Einrichtungen der Jugendhilfe und Schulen

In ihren 42 Jugendhilfeeinrichtungen begleiten und fördern die Malteser junge Menschen, die in besonderem Maße Verlässlichkeit und Nähe im Alltag brauchen. Ein besonderes Augenmerk in der Corona-Krise liegt darauf, diesen Personenkreis trotz Einhaltung aller Regeln zur physischen Distanzierung außerhalb der Schule gut und strukturiert durch einen vollständig veränderten Alltag zu bringen.

An den drei Gymnasien (alle in Nordrhein-Westfalen) stehen Malteser und Kollegien wie alle anderen weiterführenden Schulen vor der Herausforderung, den Unterricht nun schrittweise wieder aufzunehmen und vor allem Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Familien den Anschluss an den Lernstand aus der Zeit vor Corona zu ermöglichen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser in den Krankenhäusern, in Altenhilfeeinrichtungen, in den sozialen Einrichtungen sowie im Rettungsdienst und Krankentransport kämpfen an vorderster Stelle mit und gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Sie sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Zu ihrer psychosozialen Unterstützung haben die Malteser einen telefonischen Beratungsdienst mit kompetenten Ansprechpartnern eingerichtet, der allen haupt- und ehrenamtlichen Maltesern zur Verfügung steht.

Malteser helfen in der Corona-Krise vor Ort

Malteser im weltweiter Einsatz gegen die COVID-19-Pandemie

Rund um den Globus engagieren sich die nationalen Assoziationen und Hilfswerke des Ordens und das gemeinsame Hilfswerk Malteser International. Die Malteser engagieren sich in Krankenhäusern, medizinische Zentren und Ambulanzdiensten. Programme für Bedürftige und Kranke werden, nachdem Maßnahmen zur Verringerung des Risikos der Verbreitung des Virus ergriffen wurden, fortgesetzt oder ausgeweitet, um auf die enorme Belastung der nationalen Gesundheitssysteme zu reagieren und den Menschen, die besonders gefährdet sind, zu helfen.

So helfen die Malteser in Europa

In Italien hat sich der Hilfsdient CISOM des italienischen Malteserordens am Bau eines Behelfskrankenhauses in der Messe Mailand beteiligt, das die schwersten Coronavirus-Fälle aus überlasteten Krankenhäusern in der Lombardei aufnimmt. Freiwillige der Malteser sind an der Einrichtung eines Feldkrankenhauses in Crema und beim Betrieb des Schiffskrankenhauses im Hafen von Genua im Einsatz.

In Spanien unterstützen die Ehrenamtlichen der Malteser das öffentliche Gesundheitswesen durch die Versorgung von Obdachlosen und durch die Betreuung von Alten und Alleingelassenen.

In Frankreich arbeiten viele freiwillige Malteser in enger Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz und dem Roten Kreuz. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Verlegung von Intensivpatienten in die dafür vorgesehenen Einrichtungen. Darüber hinaus werden besonders viele Lebensmittelpakete an Obdachlose verteilt – allein in Paris zweimal täglich von 70 Freiwilligen.

Die britische Assoziation des Malteserordens stellt Mittel für die Betreuung der älteren Menschen und das Personal in ihren 70 Altenhilfeeinrichtungen bereit, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Der Orden spendet zudem Tablets. damit die Bewohner mit ihren Familien und ihren Ärzten in Kontakt bleiben können.

In Österreich unterstützen die Malteser die Einrichtung von Feldspitälern in den Messezentren von Wien (4000 Betten) und Salzburg (700 Betten). In Wien verteilen Freiwillige Lebensmittel an Obdachlose und Bedürftige.

Die nationalen Hilfsdienst-Organisationen der Malteser sind darüber hinaus auch in Irland, Portugal, Rumänien, Ungarn, Litauen, Tschechien, Rumänien Albanien und anderen Ländern in der Corona-Hilfe tätig.

Corona-Hilfe im Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika

Naher Osten
Im Libanon halten alle Hilfszentren der Malteser die wichtigsten Konsultationen und medizinische Versorgung insbesondere für chronisch Kranke aufrecht. Mit Medikamentenlieferungen, Telefonischer Nachsorge und Mobile Medizinische Einheiten werden auch Menschen, die die Zentren nicht aufsuchen können, versorgt.
In Syrien verstärkt Malteser International (MI) zusammen mit nationalen Partnerorganisationen die Gesundheitskapazitäten in Krankenhäusern und Gesundheitszenten. MI hilft zudem mit Trinkwasser, Hygieneartikeln und dem Ausbau der sanitären Einrichtungen (WASH) in Flüchtlingslagern und Siedlungen.
 
Afrika
In Afrika für die internationalen Mitarbeiter von Malteser International alle Gesundheits- und WASH-Projekte mit den nötigen Einschränkungen weiter. Insbesondere Ausbildungsmaßnahmen sind nur unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen möglich. Eine große Aufgabe ist die Beschaffung von Schutzausrüstungen. In der DR Kongo wird die während der Bekämpfung von Ebola genutzte Isolierstation nun für COVID-19-Patienten genutzt.

Der Malteserorden ist in über 30 Ländern Afrikas vertreten. Krankenhäuser und Apotheken laufen trotz steigender Infektionszahlen weiterhin. Das gilt auch für die vom französischen Malteserorden geleiteten medizinischen Zentren in Benin, Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Guinea, Madagaskar, Elfenbeinküste, Senegal, Tschad und Togo.

Lateinamerika
In Haiti haben die Malteser eine Hygienekampagne gestartet und bieten vor allem älteren Menschen Hilfe an. In Puerto Rico setzt der Orden die Hilfe für Obdachlose und Bedürftige fort. In Mexiko werden Nahrungsmittel an Hilfsbedürftige und Schutzausrüstung an die medizinischen und sozialen Zentren verteilt. In Kolumbien hat Malteser International seine Gesundheits- und Hygieneschulung für Migranten und Flüchtlinge aus Venezuela sowie für die Aufnahmegemeinschaften im Departement La Guajira intensiviert.