Cybermobbing: Wenn die Quälerei im Internet eskaliert

Hast du auch schon mal gelacht, wenn jemand fiese Fotos oder Videos von anderen ins Internet gestellt hat? So fängt Cybermobbing an – und es kann noch viel schlimmer werden. Weil Mobber im Internet häufig unerkannt bleiben und immer neue Wege für ihre Attacken finden, haben die Opfer es schwer, sich zu wehren. Und durch das ständige Onlinesein hört Cybermobbing auch nach der Schule, Uni oder Arbeit nicht auf.

Auf welche Weise Cybermobbing stattfindet und welche schlimmen Folgen es haben kann, erfährst du hier. Zusätzlich geben wir dir Tipps, wie du dir Hilfe holen und Cybermobbing beenden kannst.

Darum geht's:


Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing ist Mobbing, das via Internet und Smartphones erfolgt. In sozialen Netzwerken wie Facebook, auf Video-Plattformen wie YouTube und über Messenger wie WhatsApp und Snapchat werden Cybermobbing-Opfer schikaniert, beleidigt und gedemütigt. Cybermobbing findet vor allem unter Schülern statt. Einer Umfrage zufolge sind acht Prozent der Internetnutzer zwischen zwölf und 19 Jahren bereits Opfer von Cybermobbing geworden. Meistens sind die Täter in einer Weise stärker als ihre Opfer: Sie suchen sich gezielt Schwächere aus, die sie aufgrund deren Schüchternheit, äußerer Merkmale oder Hobbys mobben können.

Welche Formen von Cybermobbing gibt es?

Cybermobbing kann auf ganz unterschiedliche Art geschehen:

  • Die Täter schreiben immer wieder verletzende und beleidigende Nachrichten. Sie nutzen E-Mails, SMS, Chats und soziale Netzwerke. Oftmals können sie dabei anonym bleiben.
  • Die Mobber streuen Gerüchte, die ihre Opfer schlecht dastehen lassen. Über das Internet und Messenger verbreiten sich die Behauptungen rasend schnell.
  • Oftmals kennen sich Täter und Opfer gut, wissen Geheimnisse voneinander. Oder sie haben sich private oder gar intime Fotos und Videos geschickt. Der Täter nutzt das aus und stellt sein Opfer bloß.
  • Ein Großteil der Klasse schreibt sich in einer WhatsApp-Gruppe und macht sich über Mitschüler lustig, die nicht in der Gruppe sind.
  • Mobber versehen Fotos ihrer Opfer mit hämischen Kommentaren oder manipulieren die Aufnahmen, die sie dann ins Internet hochladen. Dort kann sie jeder sehen, liken und kommentieren.
  • Die Täter stellen ihre Opfer vor anderen bloß, demütigen sie oder verprügeln sie sogar. Die Mobber filmen ihre Aktionen und machen die Videos öffentlich.
  • Mobber faken Profile und geben sich in Chats und sozialen Netzwerken als ihre Opfer aus. Sie verbreiten Lügen und lassen die Mobbingopfer schlecht dastehen.

 

Die Folgen von Cybermobbing

Im Vergleich zu klassischem Mobbing, wie es sich von Angesicht zu Angesicht zum Beispiel auf dem Schulhof ereignet, kann Cybermobbing weitreichende Folgen haben:

 

  1. Sehr viele Personen können zusehen und mitmachen: Über das Internet lassen sich Beleidigungen und entstellende Fotos viel schneller und weiter verbreiten. Sehr viele Personen bekommen das Mobbing mit und können sich durch hämische Kommentare daran beteiligen, oftmals müssen sie dafür nicht einmal ihren echten Namen benutzen.
  2. Distanz geht auf Kosten des Mitgefühls: Den Tätern ist nur selten bewusst, was sie mit dem Mobbing anrichten. Internet und Smartphone schaffen Distanz zu den Opfern. Täter sehen nicht, wie sehr die Opfer physisch und psychisch unter den Mobbingattacken leiden, und empfinden deshalb kein Mitgefühl. Sie machen immer weiter.
  3. Cybermobbing verfolgt Opfer bis nach Hause: Normales Mobbing findet im Klassenraum und um die Schule herum statt, Opfer haben zu Hause einen Rückzugsort, in dem sie frei von Beleidigungen und Angriffen sind. Bei Cybermobbing gibt es keinen Schutzraum, Internet und Smartphone sind allgegenwärtig.
  4. Das Internet vergisst nicht: Selbst wenn das Cybermobbing aufhört, sind die Kommentare und Bilder online und für jeden auffindbar. Werden sie gelöscht, können sie woanders wieder auftauchen, auch noch Jahre später.

So findest du Hilfe bei Cybermobbing

Wenn du jemanden kennst, der im Internet gemobbt wird oder selbst ein Opfer von Cybermobbing bist, kannst und solltest du dagegen angehen. Auch wenn du gehässige Kommentare und verletzende Bilder am liebsten sofort löschst, ist es wichtig, sie zu speichern und zu dokumentieren. Sprich mit Freunden oder Familie über deine Sorgen, mit Unterstützung fühlst du dich nicht mehr allein und kannst dir Hilfe holen.

Drucke die Beweise für das Cybermobbing aus und wende dich damit an deine Lehrer oder Vorgesetzten. Deine engen Freunde oder Eltern sollten über die Geschehnisse Bescheid wissen. Wenn die Täter nicht aufhören, kann die Polizei eingreifen: Cybermobbing ist strafbar. Für Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung und Identitätsraub sind im deutschen Strafgesetzbuch (StGB) klare Strafen festgesetzt. Wenn den Tätern das Handwerk gelegt ist, kannst du bei den jeweiligen Internetseiten und Portalen die Löschung beantragen: Betreiber sind verpflichtet, beleidigende Inhalte zu entfernen.

Online-Hilfe bei Cybermobbing

Nicht nur Mobbing findet online statt, auch die nötige Hilfe bei Cybermobbing gibt’s im Internet. Auf den folgenden Seiten kannst du dich informieren, anonym beraten lassen und dir Hilfe holen, um dem Mobbing ein Ende zu setzen:

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