Psychologische Betreuung geflüchteter Kinder

Der Krieg in Syrien trifft besonders Kinder sehr hart: Jäh werden sie durch Bombenangriffe, Zerstörung und Flucht aus ihrer Kindheit gerissen. Nicht selten fallen geliebte Familienmitglieder dem Krieg zum Opfer. Wie beim kleinen Mohammad Ali, der im Krieg seinen Vater verlor. Ohne jede Hoffnung auf ein besseres Leben in Syrien, entschloss sich die Mutter von Mohammad mit ihren vier Kindern aus Syrien in die nahe Grenzstadt Kilis in die Türkei zu fliehen.

In Kilis betreiben wir, zusammen mit unserer türkischen Partnerorganisation IBC, ein Feldkrankenhaus. Viele Flüchtlinge, die aus Syrien kommen, haben oft schwere Verletzungen erlitten: Schusswunden und Verletzungen durch Granatsplitter oder Bombeneinschläge werden im Krankenhaus in Kilis fast täglich behandelt.

Doch nicht immer ist eine Verletzung körperlich. Krieg, Zerstörung und Verlust hinterlassen seelische Verletzungen, die nur langsam heilen und nicht mit Pflaster und Verbandsmaterial zu versorgen sind. Unter den traumatisierten Patienten befinden sich auch viele Kinder wie Mohammad.

Psychosoziale Betreuung: Kindern das Lachen zurückgeben

Mohammad selbst geht es gut, zumindest äußerlich. Doch der Krieg und vor allem der Tod seines Vaters haben einen tiefen Riss in seiner Seele hinterlassen. Sein Lachen ist verstummt und er zieht sich immer mehr von seiner Mutter, den Geschwistern und den Betreuern in Kilis zurück. „Viele syrische Kinder sind traumatisiert“, so Janine Lietmeyer, Malteser Expertin für den Nahen Osten. „Sie haben ihr Zuhause verloren und mussten schreckliche Gewalt mit ansehen oder selbst erfahren. Das hinterlässt natürlich Spuren.“ Deswegen bekommen die geflüchteten Kinder in Kilis auch psychologische Hilfe. So können sie ihre Erlebnisse aufarbeiten und finden zu ihrem Lachen zurück.

Traumatherapie hilft Flüchtlingen

Psychologin Batoul Abras kümmert sich um Kinder wie Mohammad. In zahlreichen Sitzungen und Gesprächen findet sie heraus, was Mohammad wirklich bedrückt: Sein Vater starb auf dem Weg zum Gemüsehändler, dort wollte er Essen für Mohammad und seine Geschwister kaufen. Nun denkt der kleine Junge, er wäre Schuld am Tod des Vaters. Denn er hatte sich Kartoffeln gewünscht, die der Vater bei seinem Einkauf kaufen wollte. Batoul und den anderen Malteser Mitarbeitern gelingt es langsam und sehr behutsam, Mohammad davon zu überzeugen, dass der Tod des Vaters ganz und gar nicht seine Schuld ist.

Mohammad geht es heute wieder besser. Er hat sein Lachen zurück, geht wieder gerne in die Schule und hat seine Verschlossenheit überwunden. Für Psychologin Batoul und die Malteser in Kilis ein wichtiges Erfolgserlebnis bei all dem Leid, das sie täglich umgibt.

Mit Ihrer Spende realisieren die Malteser Projekte wie das der Feldklinik in Kilis. Ihr Spende hilft, geflüchteten Kindern ihr Lachen zurückzugeben!

Projektinfos

Psychologin betreut traumatisierte Kinder aus Syrien im Flüchtlingslager in Kilis

Wo: Kilis
Was: Psychosoziale Betreuung für syrische Flüchtlinge

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