Hilfe für Leprakranke im Südsudan

Lepra ist in vielen weniger entwickelten Ländern der Welt immer noch eine ernstzunehmende Bedrohung. Zwar lässt sich die Krankheit inzwischen mit Antibiotika sehr gut behandeln und heilen, aber auch, wenn ein Patient von Lepra geheilt werden konnte: Die für die Lepra charakteristischen Verstümmelungen, die das Leben der Patienten stark einschränken, bleiben. Außerdem geht in vielen Ländern wie zum Beispiel dem Südsudan mit einer Lepraerkrankung oft ein Ausstoß aus der Gesellschaft einher, der das Leben der Patienten zusätzlich erschwert. Um den verstoßenen Menschen das Leben soweit es geht zu erleichtern, engagieren wir uns für die Bewohner einer Leprakolonie im Südsudan. 

Ausgestoßen: Isoliertes Leben im Lepradorf im Südsudan

Viele Leprakranke erleiden auch heutzutage im Südsudan noch ein schlimmes Schicksal. Obwohl Lepra heute heilbar ist und die ehemals Infizierten jetzt nicht mehr ansteckend sind, werden viele aufgrund ihrer Verstümmelungen von der Gesellschaft ausgestoßen. Groß ist die Angst der Mitmenschen, sich doch noch mit Lepra anzustecken und das Unwissen darüber, dass keine Gefahr mehr von den ehemals an Lepra Erkrankten ausgeht. So haben sich an vielen Orten Lepradörfer oder Leprakolonien gebildet, in denen die Ausgestoßenen zusammenleben. Eines dieser Dörfer liegt in der Nähe der südsudanesischen Stadt Rumbek und wird seit 2010 von uns unterstützt.

Hilfe für die Leprakolonie

In dem Lepradorf im Südsudan, das wir unterstützen, leben rund 200 Menschen zusammen. Dort führen Sie ein weitgehend autarkes Leben. Alle Bewohner des Dorfes sind inzwischen von der Lepra geheilt. Das größte gesundheitliche Problem liegt aber immer noch in den Infektionen, die sich die Menschen an den Körperteilen zuziehen können, in denen sie aufgrund der Lepra kein Gefühl mehr haben. Deswegen ist die Vorbeugung solcher Infektionen ein Hauptaugenmerk unserer Hilfe im Südsudan: Durch spezielle Prothesen oder Schuhe sollen Verletzungen vermieden werden, Schulungen in Hygiene und Wundversorgung helfen, Infektionen und Entzündungen vorzubeugen. Um das Leben der Menschen im Lepradorf langfristig zu verbessern, haben wir außerdem einen Brunnen für das Dorf installiert und eine Getreidemühle angeschafft. Um es den Leprakranken zu ermöglichen, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen, schulen wir sie außerdem in Landwirtschaft und anderen Erwerbsmethoden. So können sie sich selbst versorgen und zusätzlich auf dem lokalen Markt Handel betreiben. 

Leprakranke Frau an der Nähmaschine

Neue Chancen für Menschen mit Lepra: Nähmaschinen und Fahrräder

Rebecca Yar Yak ist schwer von der Lepra gezeichnet: Sie hat ein Bein verloren und an beiden Händen fehlen ihr die Finger. Sie kann sich nur mithilfe von Krücken durch das Lepradorf bewegen. Rebecca ist zwar von der Lepra geheilt, doch noch immer quält sie eine Wunde, die noch behandelt wird, damit sie sich nicht entzündet. Doch trotz allen Widrigkeiten schöpft Rebecca Hoffnung: Sie weiß, dass es ihr im Lepradorf gut geht und dass sie hier die Chance bekommt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Deswegen engagiert sie sich auch in „ihrem“ Dorf: Sie ist Vorsitzende des Dorfes und wirkt im Gesundheitscommittee mit, um die Situation der Dorfbewohner stetig mit zu verbessern. Nach dem Tod ihres Mannes lebt sie nun bei ihrer Tochter im Dorf und kümmert sich gemeinsam mit ihr um die Enkelkinder. Damit die mal ein besseres Leben haben, engagiert sie sich besonders für die Ausbildung der Kinder im Dorf. Deswegen war sie auch besonders dankbar für die zehn Nähmaschinen, die die Dorfbewohner von uns bekamen. „Damit können wir nicht nur Dienstleistungen anbieten und unseren Lebensunterhalt verdienen, sondern von den Einnahmen auch das Schuldgeld der Kinder bezahlen. Und sie können selbst Nähen lernen, das hilft ihnen in ihrem späteren Leben bestimmt weiter.“

Bilder aus unserem Projekt für Leprakranke im Südsudan

Brunnen in Leprakolonie im Südsudan
die Leprakranken haben von uns Fahrräder bekommen
Leprakranke Mutter mit ihren Kindern
Durch Lepra verstümmelte Beine
© Fotograf/in: African Visuals Media
Frauen mit Lepra aus dem Südsudan
© Fotograf/in: African Visuals Media
Mensch mit Lepra betreibt Landwirtschaft im Südsudan
Hygieneschulung für Leprakranke im Südsudan
© Fotograf/in: African Visuals Media

Lepra: Infektionskrankheit mit schweren Folgen

Die Lepra wird ausgelöst durch ein Mykobakterium, das dafür sorgt, dass Nerven absterben, Blut verdickt und die Infizierten nach und nach das Gefühl in den betroffenen Körperteilen verlieren. Dadurch ziehen sie sich oft unbemerkt schwere Verletzungen zu, die wiederum zu Infektionen führen können. Bei der Lepromatösen Lepra kommt es im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auch zur Zersetzung von Knochen, Muskeln und Sehnen, die neben den zuvor genannten sekundären Infektionen die bekannten Verstümmelungen durch die Lepra herbeiführt. Sehr tückisch an der Lepra ist, dass die Inkubationszeit mitunter sehr lang sein kann. Oft viele Monate, in vielen Fällen sogar einige Jahre. Zwar kämpft die Weltgesundheitsorganisation gerade für die Ausrottung der Lepra, ob diese Bemühungen Früchte tragen, weiß man aber erst viele Jahre nachdem weltweit keine Infektionen mehr festgestellt werden konnten. Behandelt werden kann Lepra durch Antibiotika. Die Therapie ist zwar langwierig und der Erfolg hängt grundsätzlich vom Zustand des Immunsystems des Patienten ab, doch grundsätzlich gilt Lepra heute als heilbar. 

Durch Lepra verstümmelte Füße