Unsere Projekte im Südsudan

Seit 1996 sind wir bereits im Südsudan tätig. Zu Beginn vor allem im Bereich der Gesundheitsversorgung mit einem besonderen Schwerpunkt bei der Versorgung von Patienten, die an Tuberkulose oder der Schlafkrankheit leiden. Die Schlafkrankheit (auch Afrikanische Trypanosomiasis) löst zunächst eine Infektion mit Fieber und Schüttelfrost aus, greift dann das Nervensystem an und führt zu Zuständen von Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit, bis die Patienten dann in einen schlafähnlichen Dämmerzustand fallen, der namensgebend für die Krankheit war.  

In den vergangenen Jahren kamen zu dem Schwerpunkt in der Gesundheitsversorgung vor allem Programme aus den Bereichen Wasser- und Sanitärversorgung und Hygiene sowie Programme zur Ernährungssicherung hinzu. Dazu gehören Schulspeisungen für rund 5.000 Kinder in Juba und Wau, sowie Projekte zur Förderung nachhaltiger und effizienterer Landwirtschaft in Wau und Maridi. Außerdem unterstützen wir ein Dorf mit Leprakranken, die von der Gesellschaft verstoßen wurden. Wir sind in drei Regionen im Südsudan im Einsatz und haben Büros in Maridi, Rumbek und Wau. Wir koordinieren unsere gesamten Aktivitäten im Land über unser Landesbüro in der Hauptstadt Juba. 

Die augenblickliche Lage im Südsudan erfordert dabei unsere besondere Aufmerksamkeit. Durch die anhaltenden Kämpfe konnten viele Bauern ihre Felder nicht mehr in Sicherheit bestellen, Ernten blieben aus. Das führte zu einer Hungerkrise enormen Ausmaßes. Millionen Menschen im Land haben nicht genug zu Essen und sind vom Hungertod bedroht. 

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Werfen Sie einen Blick in unsere Hilfsprojekte im Südsudan

Schüler aus dem Südsudan bekommen Schulmahlzeiten
© Fotograf/in: Malteser International
Kinder aus dem Südsudan beim Händewaschen
© Fotograf/in: Malteser International
Mutter und Kinder aus Leprakolonie im Südsudan
© Fotograf/in: Malteser International
Ärzte im Labor im Südsudan
© Fotograf/in: Malteser International
Bauern bei der Arbeit im Südsudan
© Fotograf/in: Malteser International
Familie im Flüchtlingslager im Südsudan
© Fotograf/in: Malteser International
Frau im Flüchtlingslager an der Nähmaschine
© Fotograf/in: Malteser International
Kinder am Brunnen im Südsudan
Kinder im Südsudan in der Schlange, um Schulessen zu bekommen
© Fotograf/in: African Visuals Media

 

 

 

Die Lage im Südsudan

Der Südsudan feierte erst 2011 seine lang erkämpfte Unabhängigkeit, blickt seitdem aber auf eine Vergangenheit voller gewalttätiger Konflikte zurück. Bereits seit 2013 kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition. Anlässlich des fünften Geburtstages des Landes 2016 fanden diese Konflikte einen schrecklichen Höhepunkt. Das Land stand erneut an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg. Seitdem flammen immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen auf, die die Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen. So flüchten viele in die umliegenden Länder oder in sichere Gegenden innerhalb des Landes. 

Die knapp 12 Millionen Einwohner des Landes leiden sehr unter der Situation. Rund 2,5 Millionen von ihnen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, mehr als die Hälfte ist unterernährt. Ansteckende Krankheiten wie Cholera oder Masern können sich oft ungehindert ausbreiten, denn in einigen Regionen des Landes ist die ohnehin unzureichende Gesundheitsversorgung des Landes ganz zusammengebrochen. 

Der anhaltende Krieg ist außerdem Grund dafür, dass die Menschen keine Landwirtschaft mehr betreiben können. Die Gefechte machen es für viele Menschen unmöglich, ihr Land in Sicherheit zu bewirtschaften. Die fehlenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse stoßen das Land in eine schwere Ernährungskrise. Viele Millionen Menschen müssen hungern, besonders Kinder und alte Menschen sind betroffen.