Behandlung unterernährter Kinder

Die Lage in Kenia ist nach wie vor angespannt: Regenfälle bleiben aus, das Vieh der Nomaden im Norden ist nahezu ausgelöscht und der Anbau von Getreide und Gemüse ist aufgrund der anhaltenden Dürre weiterhin nicht möglich. Viele Kenianer sind nach wie vor von der Hungersnot bedroht, besonders Kinder trifft es. Wir haben deshalb ein Programm zur Behandlung unterernährter Kinder ins Leben gerufen und konnten bisher rund 1.000 Kinder in der dünn besiedelten Gegend im Norden des Landes erfolgreich behandeln.

Rund 10 Mitarbeiter sind für uns in Kenia im Einsatz und kümmern sich unter anderen darum, dass unterernährte Kinder auch in entlegenen Regionen des Landes schnell und effektiv behandelt werden können. Dazu fahren sie zusammen mit einer Mitarbeiterin der kenianischen Gesundheitsbehörde über die kenianischen Dörfer und bieten Untersuchungen und Sprechstunden für Familien und Kinder an. In diesen Sprechstunden werden die Kinder zunächst gemessen und gewogen. 

Identifikation unterernährter Kinder

Meist erkennen unsere Mitarbeiter schon vom bloßen Anschauen, dass ein Kind unterernährt ist: eingefallene Gesichter, dünne Ärmchen und sogenannte "Hungerbäuche" deuten oft schon darauf hin, dass ein Kind von Unterernährung betroffen ist. Unsere Mitarbeiter messen aber trotzdem noch nach, und zwar mit einem sogenannten "MUAC-Band". MUAC steht für Mid-Upper-arm-Circumference, also den Umfang des mittleren Oberarmes. Das Band ist in drei Bereiche geteilt: Der grüne Bereich reicht von einem Umfang von 21 bis 12,5 cm. Bei einem solchen Umfang ist alles in Ordnung, das Kind ist gut genährt. Der gelbe Bereich umfasst dann 12cm bis 11 cm, dann ist das Kind mangelernährt und muss behandelt werden. Der rote Bereich ist alles unter 11cm und erfordert sofortiges Handeln und meist eine stationäre Behandlung des Kindes. Dieser Test bietet den Vorteil, dass er schnell und einfach zu realisieren ist und unabhängig vom Alter des Kindes funktioniert, anders als Tabellen, die die Größe und das Alter umfassen. Denn viele Eltern in Kenia kennen das genaue Alter ihres Kindes nicht. 

Behandlung mit Zusatznahrung: stationär und zuhause

Kinder, bei denen Unterernährung festgestellt wird, bekommen von unseren Mitarbeitern Zusatznahrung. Diese besteht aus energiereicher Erdnusspaste, der Vitamine und Mineralien zugesetzt sind. Um zu vermeiden, dass die Familie aus der Not heraus die Essensrationen des Kindes aufteilt, bekommt die ganze Familie Unterstützung bei der Ernährung, denn Hunger leiden alle. Kinder mit besonders schwerer Unterernährung müssen stationär behandelt werden. Dazu bringen unsere Mitarbeiter sie in eine Gesundheitsstation, die wir schon seit Jahren mit medizinischer und technischer Ausrüstung unterstützen. Dort müssen die Kinder dann meist einige Wochen behandelt werden, bis es ihnen endlich besser geht. Nach ihrer Entlassung bekommen auch sie und ihre Familien weiterhin Zusatznahrung, damit sich das Schicksal der Kinder nicht wiederholt. 

Langfristige Strategien sind wichtig

Neben der schnellen Hilfe für unterernährte Kinder ist es wichtig, langfristige Strategien und Projekte zu entwickeln, um den Hunger dauerhaft zu bekämpfen. Deswegen arbeiten wir unter anderem an Programmen, um den Handel zwischen Kenia und Äthiopien zu stärken und so mehr Lebensmittel in der Region im Norden Kenias verfügbar zu machen. Außerdem arbeiten wir daran, die Menschen auf die immer stärker werdenden Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten und so im Falle von Dürren widerstandsfähiger zu machen. 

Um den Kindern weiterhin mit der wichtigen Zusatznahrung helfen zu können und langfristige Strategie voranzutreiben, die die Menschen dauerhaft widerstandsfähiger macht, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

Projektinfos

Mitarbeiter der Malteser misst den Armumfang eines Kindes aus Kenia

Wo: Illeret, Marsabit County, Kenia
Was: Behandlung unterernährter Kinder 

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und Kinder vor dem Hunger retten.

Behandlung unterernährter Kinder

Das Kind aus Kenia leidet an Hunger
© Fotograf/in: African Visuals Media
Hungerndes Kind aus Kenia bekommt Aufbaunahrung
© Fotograf/in: African Visuals Media
Ein mageres Kind bekommt Hilfe beim Essen von Zusatznahrung
© Fotograf/in: African Visuals Media
Malteser Mitarbeiter füttert Baby mit Zusatznahrung
© Fotograf/in: African Visuals Media
Mitarbeiter bereiten die Verteilung von Spezialnahrung vor
© Fotograf/in: African Visuals Media