Gesprächsleitfaden

Gute Vorbereitung auf das Gespräch

Oberarzt Dr. Stefan Arand
Facharzt für Innere Medizin, Ärztliches Qualitätsmanagement

 
Themen:
Kritikäußernde Patienten und Angehörige, Datenschutz,
Verlegung, schwere Diagnosen

Vor einem Patientengespräch ist es erforderlich, sich über den Zustand und insbesondere auch die soziale Situation des Patienten zu informieren. Dazu dient zunächst der Fragebogen der medizinischen, sozialen und familiären Anamnese. Sinnvoll ist auch, sich beim Pflegepersonal über den Patienten zu informieren, da die Pflegekräfte öfter mit dem Patienten in Kontakt treten, wichtige Beobachtungen machen und hilfreiche Informationen für das Gespräch geben können. Aus diesem Grund erfolgt bei uns die Visite regelhaft zusammen mit dem Pflegepersonal.

Die Themen, zu denen wir in der Inneren Medizin Patienten schlechte Nachrichten mitteilen müssen, betreffen in der Regel neudiagnostizierte Tumore, die Folgen eines Schlaganfalls oder die Notwendigkeit einer dauerhaften pflegerischen Versorgung, zum Beispiel in einem Pflegeheim. Ich versuche mir für solche Nachrichten ausreichend Zeit zu nehmen und bereite Patienten im Vorfeld darauf vor, dass dieses Gespräch wichtig ist, ohne dabei die Diagnose „im Flur“ zu verkünden...

Gesprächsrahmen und -techniken

Martina Kern
Bereichspflegedienstleiterin am Zentrum für Palliativmedizin in Bonn

 
Themen:
Gesprächsführung nach dem SPIKES Modell, Ärzteverhalten, Voranmelden von schlechten Nachrichten

Gesprächsführung ist ein besonderer Bestandteil in der Palliativmedizin. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden deshalb auch in Kommunikation geschult. Dabei hat sich das SPIKES Modell von Buckman und Baile (in „The Oncologist“, 2000) sehr gut bewährt.

S = Setting: also die Umgebung, die Situation, in der das Gespräch stattfindet
P = Patientenwissen: Was weiß der Patient bereits über seine Krankheit?
I  = Invitation: Fragen, wie viel Information der Patient im Moment hören möchte
K = Knowledge: Den Patienten vorab über das anstehende Gespräch informieren und die schlechten Befundergebnisse andeuten.
E = Emotionen: Wie geht es dem Patienten? Welche Gefühle treten beim Patienten auf? Wie vie kann er/sie verkraften oder muss man abbrechen und dem Patienten Zeit geben?
S = Summary: Wie soll die Behandlung aussehen, wie geht es weiter? ...

 

 

Einige Grundregeln für junge Assistentinnen und Assistenten im Patientengespräch

Oberarzt Dr. Wolfgang Niesert
Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Akupunktur

 
Themen:
Themen Differenzen im Kreis der Angehörigen, Gesprächsvorbereitung im Team, Authentizität

In der Palliativmedizin haben wir es immer mit Patienten zu tun, die unter schweren körperlichen Symptomen und chronischen Schmerzen leiden. Das führt auch zu schwierigen psychischen Situationen für die Patienten. Dabei wird nicht selten die ganze Lebensgeschichte des Patienten wichtig. In der Palliativmedizin sind Gespräche mit Sterbenden ganz besonders anspruchsvoll. Es gibt keine Situation zwischen Arzt und Patient, in der Worte mit größerer Behutsamkeit und Vorsicht gewählt werden müssen...