| Geistig-religiöse Grundlagen - Spiritualität |
| Spiritualität |
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Aspekte, welche die Spiritualität in den Anfängen des Johanniter Orden im Hospital zu Jerusalem kennzeichnen.
Gott gilt als der, der die Ordensritter in seinen Dienst nimmt, sie verpflichtet und sie mit seiner Hilfe begleitet.
Eine würdige Liturgie und die Feier der Sakramente gelten als wichtige Bestandteile im Dienst an den Kranken.
Gott nimmt Wohnung im Glaubenden.So werden die Kranken und die Ritter zu Heiligen. Diese Heiligkeit sollen die Ordensbrüder bekunden, wo immer sie sich aufhalten.
Einen Einblick in die Spiritualität des Ordens bietet die Betrachtung der asketischen Forderungen und Leistungen der Ordensbrüder. Neben den drei ewigen Gelübden - Keuschheit, Armut, Gehorsam- und dem Versprechen, den Kranken zu dienen, wird betont, daß die Belange des Kranken Vorrang haben vor denen der Ritter z.B. beim Verteilen des Essens oder von Kleidung.
Bereits zur Zeiten des Gründers Gerhard wurde Johannes der Täufer als Patron des Ordens angesehen. So wie er in der Wüste lebte und predigte, fühlten sich die Ordensritter als Fremde im Hl. Land, um hier Christus zu dienen.
Hospitalität ist ein weiteres Kennzeichen der Spiritualität der frühen Ordensgemeinschaft: ”Dienst an den Armen des Herrn”. Die Meister des Ordens nennen sich ”Diener der Armen unseres Herrn Jesus Christus” (Johanniterregel Eingangsprotokoll 2) oder „Diener der armen Kranken“. Die Brüder nennen sich Diener der Armen. Daraus ergibt sich, daß die Armen als Heilige Arme bezeichnet werden, in deren Namen die Regel erlassen ist und die, weil sie Herren sind, wie ein Herr bedient werden. Dies kann in zweierlei Hinsicht interpretiert werden. Einerseits wie EIN Herr, wobei zu bemerken ist, daß Herr ein Hohheitstitel war, andererseits als wie DER Herr, also wie Gott bzw. Christus. Ihr Dienst bezieht Körper und Seele ein. So war z.B. im Krankensaal ein Altar zur Messfeier aufgestellt. Spätere Johanniterhospitäler sind oft als doppelgeschossige Kirchen gebaut, wobei die Kranken im oberen Geschoss lagen und so der Hl. Messe folgen konnten. Deutlich wird diese Verbindung im ältesten Siegel des Ordens, welches das Innere des Hospitals wie einen Kirchenraum darstellt: Auf dem Bett liegt ein Kranker, das Gesicht zur Seite gewendet. In einer Kuppel im Hintergrund hängt das ”ewige Licht”, das den Kranken auf die bleibende Gegenwart Christi (Altarsakrament) hinweist. Das Weihrauchfass symbolisiert die Gebete der Brüder um die Genesung der Kranken. ”Wie Weihrauch steige mein Gebet zu dir empor” (Ps.141)
Ein Johanniterhospital war mehr als ein Krankenhaus oder eine Pilgerunterkunft. Es umfasste auch Dienstleistungen wie Säuglingspflege, Findelkinderbetreuung oder Armenspeisung. Aufgenommen wurden alle Kranken – unabhängig von ihrer Kirchen –, Religions- oder Volkszugehörigkeit. Von daher erklärt sich eine Toleranz der Feinde des Christentums gegenüber dem Hospital. Als Besonderheit ist auch anzusehen, dass jeder Kranke in den Johanniterhospitälern sein eigenes Bett hatte, was in der damaligen Zeit durchaus nicht üblich war. |
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